Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es in den Europawahl-Programmen der im Bundestag vertretenen Parteien? Und auf welchen ökonomischen Ideen und Annahmen basieren sie? Eine Analyse – und Wahlempfehlung – von Janina Urban.
Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Von der unnötigen Komplexität wissenschaftlichen Schreibens, das nächste große Blasen-Beben kündigt sich an und was Hans-Werner Sinn bei seiner E-Auto-Studie übersehen hat.
Enteignungen, Wohngeld, sozialer Wohnungsbau und Co.: In der neuesten Folge des Ökonomischen Quartetts diskutieren Friedrich Breyer, Andrej Holm und Claus Michelsen über mögliche Lösungen für die Probleme auf dem deutschen Wohnungsmarkt.
Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Wo der Wohlstand in Europa konzentriert ist, wenn Immigration zum Wirtschaftszweig wird und wie viele Enden der Kapitalismus wohl noch überleben wird.
Branko Milanović meint resignierend, dass wir uns schlicht an die große Kluft zwischen politischer Elite und Bevölkerung gewöhnen müssten. Doch ebenso wie frühere Ökonominnen und Ökonomen eine „neoliberale Revolution“ auf den Weg brachten, sollte heute auch eine andere Ökonomik möglich sein, mit der sich dieser Vertrauensverlust wieder beseitigen lässt. Eine Replik von Sebastian Thieme.
Diesen Monat unter anderem in der Makrothek: Wie der Wert in die Welt kommt, jede Menge Vorschläge für ein Update der Marktwirtschaft und was eigentlich (nicht) so schlimm am Kapitalismus ist.
Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Ein Blick unter die Trümmer von Leave oder Remain, welche sozialen Probleme der Klimawandel mit sich bringt und warum die westlichen Länder auf einen handfesten Generationenkonflikt zusteuern.
341 Accounts, über 100.000 ausgewertete Tweets und eine wichtige Strukturreform: Die neueste Ausgabe des Twitter-Rankings zeigt, welche Accounts in der deutschsprachigen #Econtwitter-Szene während des ersten Quartals 2019 den größten Einfluss hatten.
Der Zugang zu einer erschwinglichen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung ist für die Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Dagegen können Hindernisse im Zugang zur Gesundheitsversorgung das soziale Ungleichgewicht erheblich vergrößern, insbesondere im Hinblick auf bereits benachteiligte Gruppen.
Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Warum Deutschlands Versäumnisse beim Klimaschutz eine Verschwendung von Steuergeldern sind, weshalb die FDP die Welt nicht mehr versteht und welche Fehlanreize das deutsche Sozialsystem setzt.
Ist die Gefahr weiterer Schwellenländerkrisen vorerst gebannt, nachdem die Federal Reserve ihren geldpolitische Normalisierungskurs gestoppt hat? Eher nicht, denn die Ursache für die Volatilität in Ländern wie der Türkei oder Argentinien ist vor allem auf die Unsicherheit über die Politik der Trump-Regierung zurückzuführen. Ein Beitrag von Helmut Reisen.
Das Jobwachstum in Deutschland lässt bereits nach. In der nächsten Krise haben die Unternehmen weniger Gewinnpuffer. Und einem schuldenfinanzierten Konjunkturpaket in nennenswerter Größenordnung steht das Grundgesetz im Weg.
Eine Untersuchung zeigt erhebliche Mängel in den Lehrplänen und Lehrbüchern an deutschen Schulen auf. Daher wäre es unter anderem nötig, in die Lehrerausbildung obligatorische Modulelemente zu implementieren, die wissenschaftliche Kontroversität mit Blick auf den Unterricht thematisieren und anwenden.
Die Schuldenbremse wird in Deutschland zunehmend in Frage gestellt – zu Recht, denn die Fiskalregel sollte tatsächlich überarbeitet werden. Doch wie könnte eine Reform aussehen, die der Staatsverschuldung Grenzen setzt und gleichzeitig nicht als Investitionsbremse wirkt? Ein Beitrag von Tom Krebs.
Fast ein Viertel der europäischen Bevölkerung - oder etwa 113 Millionen EuropäerInnen – ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Lebensstandard, sondern auch auf die soziale Integration.
Ein neuer Ansatz zur Quantifizierung der makroökonomischen Effekte von Hartz IV kommt zu dem Schluss, dass die Reform einen deutlichen Anteil am Rückgang der Arbeitslosigkeit hatte. Brigitte Hochmuth, Britta Kohlbrecher, Christian Merkl und Hermann Gartner skizzieren drei Maßnahmen, mit denen sich die negativen Nebenwirkungen reduzieren ließen – ohne dabei die positive Wirkung von Hartz IV aufzugeben.
Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Woran die Fusion von Commerzbank und Deutsche Bank krankt, wie VW auf die Vorgaben von Politik und Öffentlichkeit reagiert und warum es die Argumentation der Befürworter der Modern Monetary Theory verdient, ernst genommen zu werden.
Ein Gespräch mit dem neuen Wirtschaftsweisen Achim Truger über seine inhaltlichen Prioritäten, die Rolle des Sachverständigenrats und das Ende der Herrschaft der Ordosaurier über die deutsche Volkswirtschaftslehre.
Gesamtwirtschaftlich gesehen birgt die mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank mehr Risiken als Chancen. Politisch wäre es sinnvoller, rechtliche und institutionelle Hindernisse für eine grenzüberschreitende Konsolidierung des europäischen Bankensektors abzubauen. Ein Kommentar von Franziska Bremus.
Die Bezeichnung QE-Programm (Quantitative Easing) ist nicht die offizielle Bezeichnung des Programms der EZB, sondern bezeichnet lediglich eine geldpolitische Methode, bei der die Zentralbank Schuldtitel kauft, um das Niveau der Marktzinsen nach unten zu drücken. Das QE-Programm heißt im offiziellen EZB-Sprachgebrauch Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme, APP) und wurde Anfang 2015 beschlossen. Das APP bestand zunächst aus drei Einzelprogrammen zum Ankauf
gedeckter Schuldverschreibungen (CBPP 3, Start Oktober 2014),
forderungsbesicherter Wertpapiere (ABSPP, Start November 2014) und
von Wertpapieren des öffentlichen Sektors (PSPP, Start März 2015).
Im Juni 2016 kam das Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (CSPP) hinzu.
Eine genauere Beschreibung der einzelnen Programme finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Die EZB hat für die einzelnen Programme keine konkreten Kaufvolumina, sondern lediglich monatliche Zielmarken für das gesamte APP festgelegt.
März 2015 bis März 2016: 60 Milliarden Euro
April 2016 bis März 2017: 80 Milliarden Euro
April 2017 bis Dezember 2017: 60 Milliarden Euro
Januar 2018 bis September 2018: 30 Milliarden Euro
Was kauft die EZB genau?
Der Blick auf die pro Monat aufgekauften Wertpapiere zeigt, dass die EZB durchaus die Zusammensetzung ihrer Käufe variiert hat und im Rahmen der einzelnen Programme unterschiedlich aktiv war. Auch lag das monatliche Kaufvolumen nicht immer präzise bei den angekündigten 60 bzw. 80 Milliarden Euro – allerdings hat die EZB während der jeweiligen Phasen im Durchschnitt doch ziemlich exakt das angekündigte Volumen gekauft.
Die unterschiedliche Gewichtung der Unterprogramme wird im folgenden Chart noch etwas deutlicher. Dieser zeigt, wie hoch der Anteil der jeweiligen Programme während der einzelnen Monate seit Start des APP im März 2015 war. Daraus wird ersichtlich, dass die EZB den Anteil der gekauften Staatsanleihen zuletzt wieder etwas reduziert hat (von in der Spitze über 90% auf zuletzt etwa 80%).
Worauf es zu achten gilt: Konkrete Umsetzung und Reinvestitionen fälliger Anleihen
In den kommenden Monaten gilt es also vor allem zu beobachten, wie die EZB die angekündigte Reduzierung ihres Aufkaufvolumens konkret umsetzt, weil sich dies auf die betroffenen Marktsegmente unterschiedlich auswirken wird. So hat die EZB wie oben gezeigt seit Start ihrer Aufkaufprogramme demonstriert, dass sie in der Lage und gewillt ist, die angekündigten Kaufvolumina auch tatsächlich umzusetzen. Das heißt, dass die gesamten APP-Bestände in ihrer Bilanz ungefähr dem im folgenden Chart skizzierten Verlauf (rote gestrichelte Linie) folgen und Ende September 2018 ein Gesamtvolumen von ca. 2,6 Billionen Euro erreichen dürften – die Frage ist eben lediglich, durch welche Wertpapiere die große weiße Lücke im Chart konkret gefüllt wird.
Es muss auch berücksichtigt werden, dass das APP noch lange über sein eigentliches Ende hinaus Wirkung entfalten wird. So hat die EZB bereits im Dezember 2015 angekündigt, die Einkünfte aus bis zur Fälligkeit gehaltenen Anleihen wieder zu reinvestieren und dieses Versprechen auf der Oktober-Ratssitzung noch einmal erneuert und präzisiert. Sollte also beispielsweise eine deutsche Staatsanleihe 2019 fällig und die EZB vom deutschen Staat ausbezahlt werden, wird sie – Stand heute – dieses Geld für den erneuten Erwerb einer (deutschen) Staatsanleihe nutzen. Ihre Bestände an Staatsanleihen werden sich somit nicht zwangsläufig verringern und ihre Präsenz auf den Märkten auch nicht sehr viel kleiner werden – sie schafft nur kein neues Geld, um Staatsanleihen zu erwerben.
QE-Käufe nach Ländern
Die EZB hat beim Start des PSPP (also des Staatsanleihen-Programms) angekündigt, dass sich das Kaufvolumen am Kapitalschlüssel der beteiligten Länder orientieren soll. Jedoch ist die EZB von diesem Ziel deutlich abgewichen: Sie hat mehr Staatsanleihen der großen Eurostaaten gekauft, als dies eigentlich nach dem Kapitalschlüssel angemessen gewesen wäre. So machen beispielsweise deutsche Staatsanleihen mittlerweile knapp 27% des aufgekauften Staatsanleihen-Portfolios aus, obwohl der deutsche Kapitalschlüssel nur bei knapp 18% liegt.
Diese „Bevorzugung“ der großen Staaten könnte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass es bei den kleineren Ländern schlicht nicht genug Anleihen gibt, damit die EZB ihr angepeiltes Kaufvolumen erreichen kann. Es wird sich zeigen, ob die EZB somit ihr Kaufverhalten ändern wird, wenn sie nur noch eine kleinere Summe an Staatsanleihen aufkaufen muss.
Bilanzsumme
Die im Rahmen des QE-Programms getätigten Käufe machen inzwischen fast die Hälfte der insgesamt knapp 4,4 Billionen Euro großen EZB-Bilanz aus. Wenn die EZB die Summe der monatlichen Anleihekäufe ab Januar senkt, ist in der kurzen Frist zu erwarten ist, dass sich die EZB-Bilanz zunächst etwas langsamer ausweiten wird. Um die tatsächliche expansive Wirkung der Geldpolitik zu beurteilen ist es aber auch notwendig zu beobachten, wie sich die übrigen Posten der Bilanz verändern, was aus heutiger Sicht aber nicht abschätzbar ist.
Glossar: Die Programme im Detail
Das erste Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen (Covered Bond Purchase Programme, CBPP) wurde bereits 2009 von der EZB beschlossen, um nach der Finanzkrise den Markt für diese Papiere (z. B. Pfandbriefe) zu stabilisieren und Refinanzierungsproblemen der Banken entgegenzuwirken. Innerhalb eines Jahres wurden Wertpapiere im Gesamtvolumen von 60 Milliarden Euro angekauft. Ein zweites CBPP mit folgte dann von November 2011 bis Oktober 2012. Das aktuell laufende dritte CBPP wurde im Oktober 2014 verabschiedet.
Das Programm zum Ankauf forderungsbesicherter Wertpapiere (Asset Backed Securities Purchase Programme, ABSPP) wurde im September 2014 in Verbindung mit dem Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen (CBPP 3) beschlossen. Dabei werden ABS-Papiere am Primär- und Sekundärmarkt aufgekauft.
Im Rahmen des Programms zum Ankauf von Wertpapieren des öffentlichen Sektors (Public Sector Purchase Programme, PSPP) werden seit März 2015 Wertpapiere des öffentlichen Sektors wie Staatsanleihen sowie Schuldtitel europäischer Institutionen und Agenturen gekauft. Für die Ankäufe im Rahmen des PSPP gibt es detaillierte Regeln. So dürfen Staatsanleihen beispielsweise wegen des Verbots der monetären Staatsfinanzierung nur am Sekundärmarkt erworben werden. Es dürfen nur Papiere mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr aufgekauft werden. Zudem will die EZB nicht mehr als 33% aller auf den Sekundärmärkten befindlichen Papiere aufkaufen.
Mit dem Programm zum Ankauf von Wertpapieren des Unternehmenssektors (Corporate Sector Purchase Programme, CSPP) werden seit Juni 2016 auch Anleihen von Unternehmen in der Eurozone erworben. Ausgeschlossen sind Kreditinstitute und Unternehmen, deren Anleihen von den Ratingagenturen nicht mindestens als „Investment Grade“ bewertet werden. Die Anleihen müssen Laufzeiten zwischen sechs Monaten und 30 Jahren haben und können sowohl am Primärmarkt als auch am Sekundärmarkt gekauft werden.