#Economists4Future

Was eine moderne Klimaökonomik berücksichtigen sollte

Die von Forschern wie William Nordhaus verwendete Theorie des erwarteten Nutzens ist nicht geeignet, um klimapolitische Handlungsempfehlungen auszusprechen. Stattdessen sollten Klimaökonom*innen lieber eine Bandbreite von Strategien aufzeigen, die sich im Lichte des verfügbaren Wissens und aller ethisch legitimen Annahmen ergeben.

Im Angesicht der Klimakrise und der Fridays-for-Future-Proteste hat das Netzwerk Plurale Ökonomik unter #Economists4Future dazu aufgerufen, Impulse für neues ökonomisches Denken zu setzen und bislang wenig beachtete Aspekte der Klimaschutzdebatte in den Fokus zu rücken.

In dieser Debattenreihe erscheint wöchentlich ein ausgewählter Beitrag, der sich kritisch-konstruktiv mit aktuellen Leerstellen und Herausforderungen in der Klimaökonomik auseinandersetzt. Dabei geht es beispielsweise um den Umgang mit Unsicherheiten und Komplexität sowie um Existenzgrundlagen und soziale Konflikte. Außerdem werden vielfältige Wege hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaftsweise diskutiert – unter anderem Konzepte eines europäischen Green New Deals oder Ansätze einer Postwachstumsökonomie. Den Auftakt machte der folgende Beitrag von Eugen Pissarskoi. Alle anderen Beiträge, die seitdem im Rahmen der Serie erschienen sind, finden Sie hier.

Die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels lassen sich nicht präzise vorhersagen. Unter bestimmten Umständen wird die globale Oberflächentemperatur im Jahr 2100 um mehr als 6°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau ansteigen. Unter anders gelagerten Umständen wird sie aber „nur“ um 2°C ansteigen, selbst wenn keine klimapolitischen Maßnahmen ergriffen werden.

Einige gesellschaftliche Akteure wie Extinction Rebellion befürchten angesichts der schlimmstmöglichen Folgen, dass die Menschheit ernsthaft in ihrer Existenz bedroht sei. Sie fordern, dass die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2025 auf null reduziert werden. Ähnlich argumentiert Greta Thunberg, wenn sie sagt, die politischen Entscheidungsträger*innen sollten handeln, als wenn ihr Haus brenne.

Prominente Klimaökonom*innen beurteilen die Situation der Menschheit hingegen anders. Nach Berechnungen von William Nordhaus wird der erwartete Wert des gesamtgesellschaftlichen Wohlergehens maximiert, wenn die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) der Menschheit auch zukünftig leicht ansteigen, ihren Maximalwert von rund 40 Gigatonnen CO2 pro Jahr ca. 2050 erreichen und erst dann zu sinken beginnen.

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