Ökonomisches Quartett

Wie kann man Hartz IV reformieren?

In der neuesten Folge des Ökonomischen Quartetts diskutieren Anke Hassel, Andreas Peichl und Wolfgang Strengmann-Kuhn über mögliche Reformen des Hartz IV-Systems.

In Kooperation mit dem Mikroökonomen-Podcast haben wir Ende letzten Jahres eine Podcast-Reihe gestartet, die sich an das allseits bekannte Format des „Literarischen Quartett“ anlehnt: Drei Experten debattieren im Ökonomischen Quartett über aktuelle ökonomische Themen, als Moderator mit dabei ist Marco Herack vom Mikroökonomen-Podcast. Die Redaktion macht Makronom-Herausgeber Philipp Stachelsky.

Die Sendungen werden parallel auf der Homepage der Mikroökonomen und hier im Makronom veröffentlicht. Sie können zudem über iTunes, Google Podcasts, Spotify oder einen Podcatcher Ihrer Wahl angehört, heruntergeladen und abonniert werden.

In der aktuellen Folge ging es um die Notwendigkeit einer Reform des Hartz IV-Systems und wie diese aussehen könnte. Zu Gast waren:

Anke Hassel, Professorin für Public Policy an der Hertie School of Governance und wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Auf Twitter: @AnkeHassel

Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen und Professor für VWL an der LMU München. Auf Twitter: @APeichl

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt und Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen. Auf Twitter: @W_SK

Hinweis: Ein Transkript der Sendung finden Sie hier.

Kommentare
Kommentare zu
Wie kann man Hartz IV reformieren?

Michael Wendl

Mich irritiert, dass drei Gesprächspartner gewählt werden, die alle davon ausgehen, dass diese polemische These von Deutschland als “kranken Mann” makroökonomisch belegt ist und dass deswegen politisch gehandelt werden musste. Die These war bezogen auf die Entwicklung des Aussenhandelsüberschusses schlicht falsch. Dieser war bereits 1998 positiv, stieg von 2000 bis 2005. Dass Deutschland in dieser Zeit (2001 – 2005) eine hohe Arbeitslosigkeit hatte, basierte auf den wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen der Schröder-Regierung. Steuersenkungen und ein wirtschaftspolitischer Attentismus nach dem Einbruch der Konjunktur 2001. Mit den Löhnen hatte dies nur insofern zu tun, weil die moderate Lohnentwicklung nach 1995 die Binnennachfrage geschwächt hatte und dadurch die Arbeitslosigkeit verstärkt wurde.

Irritiert bin ich auch von der Sicht von Anke Hassel. Das Schwesterinstitut des WSI, das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) kommt zu einer anderen viel kritischeren Bewertung der Beschäftigungseffekte der Hartz-Reformen. “Viel Lärm um nichts” lautete der Titel einer Analyse aus dem Jahr 2007 (IMK-Report Nr. 24). So steht am Ende des Gesprächs eine Übereinstimmung zwischen Menschen, die im Kern die selbe neoklassische Grundüberzeugung verbindet. Warum dann eine Diskussion?