Essay

Wie wir die soziale Marktwirtschaft zukunftsfest machen können

Digitalisierung, Arbeit, Rente, Einwanderung: Viele Menschen in Deutschland sind verunsichert – zurecht, denn die ökonomische Unsicherheit ist tatsächlich angestiegen, wie sich auch empirisch belegen lässt. Die notwendige – und absolut machbare – wirtschaftspolitische Antwort darauf muss lauten, die Institutionen der gesellschaftlichen Solidarität zu stärken. Ein Essay von Tom Krebs.

Wacklige Arbeitsverhältnisse: Eine erhöhte Unsicherheit wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden von Menschen aus. Foto: Pixabay

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Kommentare zu
Wie wir die soziale Marktwirtschaft zukunftsfest machen können

Axel Wartburg

Ein durchaus stimmiger Artikel.

Allerdings fehlt mir das absolut Wichtigste/Ursächlichste, um so zeitnah wie möglich erleben zu können, was notwendig ist. Das sogenannte “Weltbild”.

Wenn wir weiter im Althergebrachten “Der Mensch ist schlecht und muss kontrolliert und bedroht werden, damit er folgsam ist.” verwurzelt bleiben, brauchen wir kaum Hoffnung haben, dass sich politisch, bzw. in den ihr übergeordneten Strukturen der sogenannten Eliten, wie auch in der sogenannten “Masse” etwas, geschweige denn genug tut, um eine Weiterentwicklung vor einem Zusammenbruch erleben zu können.

Erst der Sinneswandel, welcher längst durch Studien des israelischen Verhaltensökonomen Dan Ariely als sinnvoll belegt ist, nämlich, dass der Mensch grundsätzlich empathisch ist und hilfreich sein will, wie auch, dass er erst zum Rebell oder letztlich Betrüger, Raffzahn oder wie auch immer mutiert, wenn er sich als “zu kurz gekommen” erlebt, ist die Ursache für die Einsicht, dass wir ein Mehr an Solidarität, wie auch an Ökologie brauchen.

Doch so lange die sogenannten Eliten uns noch immer als verwertbare Masse wahrnehmen, die ihnen auf allen Ebenen unterlegen und mitnichten als Mensch gleichgestellt sind, so lange werden wir die aufgezeigten Änderungen bitter erkämpfen und teuer zu bezahlen haben.

Und auch wir selbst haben endlich unser Dogma der Arbeit “Lieber schlecht bezahlt und ausgebeutet als keine” wie auch unser Menschenbild “Ich bin gut aber die anderen…” in das zu wandeln, was nach dem Bewusstseinswandel auch einen Wandel in allen anderen Bereichn mit sich bringt:

Erst der Grundgedanke “Ich bin Wert weil ich bin. Und du auch.” wird ein solidarisches Miteinander erlebbar machen, das diesen Begriff auch wert ist.

 

Joachim Winters

Gäbe es ein Markenrecht für “Soziale Marktwirtschaft”
(SMW), könnte wegen dieses Beitrags ein Verstoß gegen diese Marke
gerügt werden. Während die meisten Ausführungen richtige Forderungen
für eine SOZIALE Marktwirtschaft beschreiben, konzentriert sich das
Abkanzeln des Bedingungslosen Grundeinkommens auf eine längst
überholte MARKT-WIRTSCHAFT, die der Idee der SMW widerspricht. Gerade
ein bedingungsloses Grundeinkommen kann die sich verstärkenden
Ungerechtigkeiten der SMW abbauen und das Soziale in der
Marktwirtschaft fördern.