Rente

Warum die Angst vor einer demografischen Monsterwelle übertrieben ist

Immer wieder suggerieren Studien, dass die umlagefinanzierte gesetzliche Alterssicherung auf Dauer nicht in der Lage sein wird, dem demografischen Wandel standzuhalten – und die Rente daher gekürzt werden muss. Allerdings ignorieren diese Untersuchungen elementare Faktoren und dass sich der demografische Wandel nicht nur über das Rentensystem gestalten lässt. Eine Analyse von Gustav A. Horn und Rudolf Zwiener.

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Warum die Angst vor einer demografischen Monsterwelle übertrieben ist

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In Sachen Rente wird wieder das Gespenst der Demografie beschworen, obwohl es die demografische Entwicklung immer gegeben hat. Von 1900 bis 2000 sank der Anteil der Jugendlichen in der Bevölkerung von 44% auf 21%, der Anteil der Rentner stieg von 4,9% auf 16,7% und die Lebenserwartung stieg um mehr als 30 Jahre. Trotzdem wurde der Sozialstaat massiv ausgebaut, die Arbeitszeit verkürzt und der Wohlstand für alle erhöht.

Das war möglich, weil es jedes Jahr Produktivitätsfortschritte gibt, und das Bruttoinlandsprodukt steigt. Von diesem geschaffenen Vermögen geben wir etwas an die Rentner. Merkwürdig an dieser Diskussion ist auch immer, das die Beamten, die privat Versicherten, die berufsständisch Versicherten und auch die Politiker nicht betroffen sind von der Demografie, Ihnen wird Ihre Altersvorsorge nicht gekürzt, obwohl der Personenkreis, der dieses Vermögen erwirtschaften muss, doch derselbe ist, wie für die gesetzlich Versicherten!

Auch sehr merkwürdig ist, das ganze Länder, nämlich diverse Nachbarsstaaten ebenfalls keine Probleme mit der Demografie haben. In allen Ländern gibt es verschiedene Rezepte, um Altersarmut zu vermeiden.

Kein Wunder das durch die Rezepte, wie die Politik sie seit Jahren vorschlägt, dazu geführt haben, das nach einer OECD Studie Deutschlands Rentensystem ganz unten in der europäischen Rangliste steht.