Übersicht Konjunkturprognosen

Niedrigere Arbeitslosigkeit trotz weniger Wachstum

Die wichtigsten Konjunktur-Auguren haben ihre Wachstums-Prognosen für 2016 und 2017 nach unten korrigiert. Dennoch erwarten sie eine positivere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die deutlichsten Korrekturen gab es bei der Inflationsrate.

Prognosewerkzeug. Bild: Pixabay.

Die Wachstumsaussichten für Deutschland haben sich seit Jahresbeginn eingetrübt. Gleichzeitig gehen die allermeisten Konjunktur-Auguren inzwischen von einer günstigeren Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus. Eine deutliche Abwärtskorrektur gab es bei der prognostizierten Inflationsrate.

Das zeigt unsere aktuelle Auswertung der Konjunktur-Prognosen von verschiedenen Wirtschaftsforschungsinstituten, Banken, Verbänden und staatlichen Institutionen. Die Auswertung nehmen wir einmal pro Quartal vor. Aus den einzelnen Prognosen bilden wir dann Durchschnittswerte für die Prognosen zu Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenquote und Inflationsrate. Die Durchschnitte bereinigen wir um den höchsten und den niedrigsten Wert, um eventuellen Ausreißern weniger Gewicht zu verleihen.

Bei unserer ersten Auswertung im Januar hatten wir insgesamt 18 Prognosen berücksichtigt. 16 davon sind jetzt wieder mit von der Partie. Die OECD und das ifo-Institut werden ihre Prognosen erst Ende Mai bzw. im Juni veröffentlichen und wurden dementsprechend nicht berücksichtigt. Eine Übersicht der einzelnen Prognosen mit den entsprechenden Eckdaten und Verlinkungen zu den Originaldokumenten finden Sie hier.

Bruttoinlandsprodukt

Die von uns berücksichtigten Prognosen erwarten im Schnitt eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von real 1,5% in diesem und im nächsten Jahr. Bei der Auswertung im Januar waren für 2016 und 2017 im Schnitt noch jeweils 1,7% prognostiziert worden.

Deutschland_Konjunkturprognosen_Übersicht_Bruttoinlandsprodukt_2016_2017
Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %. Quellen: Destatis, eigene Berechnungen

Arbeitslosigkeit

Einigermaßen überraschend ist allerdings, dass die Konjunktur-Auguren trotz schwächerer Wachstumserwartungen ihre Prognosen für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verbessert haben. Zu Jahresbeginn wurde für dieses Jahr noch eine nahezu unveränderte Arbeitslosenquote von 6,4% und ein deutlicher Anstieg auf 6,8% im nächsten Jahr erwartet. Jetzt liegt die Durchschnittsprognose für 2016 bei 6,3% und für 2017 bei 6,5%.

Deutschland_Konjunkturprognosen_Übersicht_Arbeitslosenquote_BA_2016_2017
Arbeitslosenquoten nach dem Konzept der Bundesagentur für Arbeit, Jahresdurchschnittswerte. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen

Einige Institute geben die Arbeitslosenquote nicht wie in Deutschland meist üblich nach dem Konzept der Bundesagentur für Arbeit (BA), sondern nach dem international gebräuchlichen Standard der Internationalen Arbeiterorganisation (International Labor Organisation, ILO) an. Auch nach dieser Messmethode wird für 2016 inzwischen eine weiter sinkende Arbeitslosenquote erwartet.

Arbeitslosenquoten nach ILO-Konzept, Jahresdurchschnittswerte. Quellen: Eurostat, eigene Berechnungen

Inflationsrate

Die größten Anpassungen gab es bei den Inflationsprognosen. War zu Jahresbeginn noch durchschnittlich eine Preissteigerungsrate von 1,1% für 2016 erwartet worden, sind es jetzt nur noch 0,3%. Die Prognose für 2017 liegt mit 1,6% aber nur leicht unter dem Januar-Wert.

Inflationsraten gegenüber dem Vorjahr, Jahresdurchschnittswerte. Quellen: Destatis, eigene Berechnungen

 

Hinweis:

Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht der von uns berücksichtigten Prognosen mit Links zu den jeweiligen Quellen.