Arbeitsmarkt

Und sie bewegt sich kaum

Die deutsche Industrie verliert seit Jahren Beschäftigung – doch nicht vor allem, weil massenhaft entlassen wird. Das eigentliche Problem liegt woanders. Eine Analyse von Enzo Weber und Yasemin Yilmaz.

Knapp 600.000 Arbeitsplätze hat das Verarbeitende Gewerbe seit 2019 verloren. Gab es nach Corona noch eine kurze Erholung, zeigen die Trends seit dem Energiekrisenjahr 2022 nach unten. Derzeit sinkt die Beschäftigung durchschnittlich um rund 15.000 pro Monat. Neben den Energiekrisen setzen die Transformation angestammter Geschäftsfelder und die Umwälzungen im Handel mit China und den USA die Industrie unter Druck. Investitionen sinken seit Jahren, Gründungen sind auf dem Tiefpunkt – es werden so wenige Stellen geschaffen wie noch nie.

Diese Entwicklungen kennzeichnen eine Erneuerungskrise. Eine solche Krise kann man nicht einfach durchstehen. Der Weg heraus führt nur über neue Geschäftsmodelle, Innovation und Bewegung im Arbeitsmarkt. Arbeitskräfte in aufstrebende Bereiche weiterzuentwickeln ist ein Schlüssel, um die vorhandenen Stärken für neue Wertschöpfung einzusetzen. Die Bewegung in der Industrie ist deshalb nicht nur arbeitsmarktpolitisch, sondern auch wirtschaftspolitisch von zentraler Bedeutung. Genau diese Bewegung steht im Fokus der folgenden Analyse auf Basis von Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

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