Ungleichheit

Der Kapitalakkumulations- und Lobbyismus-Loop

Was passiert, wenn sich ökonomische Macht in politischen Einfluss übersetzt? Ein Blick auf Bodenwerte, Lobbyismus, Parteispenden und Tarifpolitik offenbart einen problematischen Kreislauf. Ein Beitrag von Stephan Tegtmeyer.

Bild: Derek Lee via Unsplash

Rund zwei Drittel des gesamten Vermögens in Deutschland gehören inzwischen den obersten 10% der Haushalte, Tendenz seit Jahrzehnten steigend. Beim Vermögen der unteren Hälfte hat sich hingegen seit den 90er Jahren fast nichts bewegt. Was passiert mit diesem Vermögen, sobald es sich in politischen Einfluss übersetzt? Und wie sichert dieser Einfluss anschließend genau das Vermögen ab, aus dem er entstanden ist?

Die Logik dahinter lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wer Vermögen besitzt, finanziert Zugang zu den Verfahren, in denen entschieden wird, bevor das Parlament tagt. Wer diese Entscheidungen mitgestaltet, sichert damit sein Vermögen ab. Nennen wir das den Kapitalakkumulations- und Lobbyismus-Loop. Der Kreis schließt sich nicht, weil einzelne Akteure ihn böswillig planen, sondern weil die Verfahrensregeln selbst genau dieses Verhalten belohnen. Klingt banal? Ist es nicht, sobald man sich anschaut, wie präzise dieser Mechanismus in der Praxis funktioniert.

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