Tarifvertragsgesetz

Wie ein einzelner Paragraf Deutschland destabilisiert

Der Aufstieg der AfD, sinkendes Demokratievertrauen und Armutsgefährdung werden oft getrennt behandelt. Dabei beschreiben sie einen einzigen Zusammenhang, der bei einem Paragrafen aus dem Jahr 1969 beginnt. Ein Beitrag von Stephan Tegtmeyer.

Bild: Pixabay

Das Vertrauen in die deutschen Parteien hat historische Tiefststände erreicht, erstmals zweifelt eine Mehrheit an der Demokratie (Körber-Stiftung 2025 & Körber-Stiftung 2023). In aktuellen Sonntagsfragen liegt die AfD auf Platz eins. Im selben Land gilt jeder fünfte Mensch als einkommensarm, schwer materiell benachteiligt oder lebt in einem Haushalt, in dem kaum jemand erwerbstätig ist (Destatis  Gesellschaft 2025) – die EU fasst das unter dem Begriff AROPE (At Risk Of Poverty or Social Exclusion) und hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl europaweit bis 2030 um mindestens 15 Millionen Menschen zu senken.

In der öffentlichen Debatte werden diese Befunde meist getrennt verhandelt: Der Aufstieg der AfD als Kulturkonflikt, das sinkende Demokratievertrauen als Kommunikationsproblem, die Armutsgefährdung als Sozialpolitik. Dabei beschreiben sie einen einzigen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang beginnt nicht bei Migration oder Wokeness – er beginnt bei einem Paragrafen aus dem Jahr 1969.

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