Kaffee, Tabak, Zucker

Europas Zölle in kolonialer Tradition

Während Donald Trump mit seinen zollpolitischen Machtgesten weltweit für Aufsehen sorgt, gehen die Europäer seit Jahrhunderten sehr viel verschwiegener zu Werke. Mit sogenannten „Effektivzöllen“ sorgen sie dafür, dass die gewinnbringende Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen fast ausschließlich im Globalen Norden stattfindet.

Das Geheimnis hinter Kaffeemarken wie Jacobs, Tchibo oder Dallmayr ist weniger ansprechend und verlockend, als man landläufig vermuten würde. Wer an edle Manufakturen, ausgewählte Zutaten und sorgfältiges Handwerk denkt, wähnt sich alsbald im Bereich der Werbeillusion. Denn 40% der weltweit gehandelten Kaffeebohnen stammen von Brasiliens gigantischen, industriellen Plantagen, erstaunliche 20% bereits aus Vietnam. Während dort die Arbeiter auf den Feldern schuften, werden die Erzeugnisse hierzulande als deutsches Markenprodukt angepriesen. Das Problem dieser asymmetrischen Wertschöpfung ist weithin bekannt – die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch nicht einmal den meisten Ökonomen geläufig.

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