Economists for Future

(Wie) kann die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen wieder gestärkt werden?

Deutschlands Kommunen geraten in eine strukturelle Finanzkrise, die weit über kurzfristige Defizite hinausgeht und zentrale Zukunftsaufgaben bedroht. Nötig ist eine gesamtstaatliche Krisenstrategie aus finanziellen Reformen, Bürokratieabbau und klarer politischer Verantwortung. Ein Beitrag von Martin Junkernheinrich.

Bild: Pixabay

Unsere Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses. Im Zentrum steht die Wirtschaft – und die Suche nach Wegen zur Nachhaltigkeit. Die nächsten Jahre werden entscheiden, inwiefern dieser Wandel by disaster geschieht oder uns by design gelingt.

Die Debattenreihe #econ4future widmet sich den damit verbundenen ökonomischen Herausforderungen und diskutiert mögliche Lösungsansätze. Die Beiträge analysieren Engführungen in den Wirtschaftswissenschaften und Leerstellen in der aktuellen Wirtschaftspolitik. Zugleich zeigen sie Orientierungspunkte für ein zukunftsfähiges Wirtschaften auf und geben Impulse für eine plurale Ökonomik, die sozial-ökologische Notwendigkeiten ernst nimmt.

Die Kooperation mit Economists for Future e.V. begann im September 2019. Seitdem erscheint jährlich eine neue Staffel mit wechselnden Themenschwerpunkten. Die siebte Ausgabe widmet sich der Frage, wie sich soziale Sicherheit im Spannungsfeld von Klimakrise und wirtschaftlicher Transformation neu denken lässt. Was braucht es aus ökonomischer Perspektive, um sozialer Spaltung sowie dem Erstarken autoritär-nationalistischer Tendenzen entgegenzuwirken? Und wie können Wohlfahrtsstaat, Eigentumsverhältnisse, Versorgungssysteme und Institutionen so gestaltet werden, dass demokratischer Zusammenhalt, ökologische Stabilität und ökonomische Resilienz gestärkt werden?

Alle bisher erschienenen Beiträge der Economists for Future-Reihe finden Sie hier.

Die deutschen Kommunen befinden sich – nachdem sie sich in der komplexen Krisenlage seit 2020 fiskalisch vergleichsweise gut entwickelt hatten – seit 2023 in einem Abwärtsprozess. 2024 betrug das kommunale Gesamtdefizit insgesamt 24,3 Milliarden Euro. Damit schlossen die kommunalen Kernhaushalte das Jahr 2024 mit dem nicht nur nominal bisher größten Defizit seit der Wiedervereinigung ab. Auch bezogen auf die Ausgaben erreichte es mit einem Anteil von 6,2% einen neuen Höhepunkt, der die markanten Defizite der Jahre 1992 (5,8%) und 2003 (5,6%) übertrifft.

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