Analyse

Ist die Globalisierung ein Motor für ökonomische Entwicklung?

Binnen weniger Generationen hat die Globalisierung die Weltwirtschaft komplett verändert. Aber wie hat sich die Explosion des weltweiten Handelsvolumens auf die globale Armut und Ungleichheit ausgewirkt? Eine Analyse von Esteban Ortiz-Ospina.

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Alle Menschen auf der Welt haben schon einmal einige der Vorteile der Globalisierung erlebt: Die Ausweitung des Außenhandels hat dafür gesorgt, dass Impfstoffe und Antibiotika, die in einer Hand voll Länder produziert worden sind, überall auf der Welt verwendet wurden, um Krankheiten auszumerzen und tödliche Infekte zu behandeln. Seit dem Jahr 1900 ist die Lebenserwartung in jedem Land der Welt gestiegen und hat sich die durchschnittliche weltweite Lebenserwartung mehr als verdoppelt.

Die Globalisierung war auch ein Haupttreiber für ein zuvor noch nie dagewesenes Wirtschaftswachstum. Ein Ergebnis dessen ist, dass wir jetzt in einer Welt mit viel weniger Armut leben.

Allerdings sind diese Errungenschaften das Produkt von verschiedenen Kräften, und die Globalisierung ist nur eine davon. Die gestiegene Fähigkeit von Regierungen, Steuern zu erheben und Ressourcen durch Sozialtransfers umzuverteilen, war ein weiterer wichtiger Faktor, der dazu beigetragen hat, die Lebensstandards rund um den Globus zu verbessern. Weder der Kapitalismus des freien Marktes noch die Sozialdemokratie waren alleine für die ökonomische Entwicklung verantwortlich. Im Gegenteil: oft haben sie Hand in Hand gearbeitet.

In diesem Beitrag werde ich die Evidenz hinter diesen Thesen detaillierter diskutieren.

Der Aufstieg der Globalisierung

Der internationale Handel ist seit Jahrtausenden Teil der Weltwirtschaft. Trotz dieser langen Geschichte war die Bedeutung des Außenhandels bis Anfang des 19. Jahrhunderts gering – die Summe der weltweiten Exporte und Importe war bis zum Jahr 1800 niemals höher als 10% der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Aber etwa ab 1820 begannen sich die Dinge schnell zu verändern. Zu diesem Zeitpunkt lösten technologische Fortschritte und der politische Liberalismus das aus, was wir heute als die „erste Welle der Globalisierung“ kennen.

Diese erste Welle endete mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als der Fall des Liberalismus und der Aufstieg des Nationalismus zum Kollaps des internationalen Handels führten. Aber das war nur vorübergehend, und nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Handel wieder zu wachsen. In dieser zweiten Welle der Globalisierung, die bis heute andauert, ist der internationale Handel schneller gewachsen als jemals zuvor. Heutzutage werden etwa 60% aller weltweit produzierten Waren und Dienstleistungen über Ländergrenzen hinweg transportiert (wer sich ausführlicher mit den speziellen Charakteristika der ersten und zweiten Globalisierungswelle auseinandersetzen will wird hier fündig).

Der folgende Chart zeigt das bemerkenswerte Wachstum des Außenhandels seit 1800. Die Zeitreihe zeigt den Wert der weltweiten Exporte in konstanten Preisen – die Exporte wurden indiziert, so dass die Werte in Relation zu den Werten der Exporte im Jahr 1913 stehen.

Der Trend in diesem Chart ist beeindruckend: Der Handel ist exponentiell gewachsen. Andere Messwerte, wie etwa der Anteil der Importe und Exporte an der Weltwirtschaftsleistung, erzählen die gleiche Geschichte.

Binnen weniger Generationen hat die Globalisierung die Weltwirtschaft komplett verändert.

Der Zusammenhang zwischen Globalisierung, Wirtschaftswachstum und Armutsreduzierung

In der Periode, in der der internationale Handel expandierte, erhöhte sich das durchschnittliche weltweite Einkommen erheblich und der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen ging kontinuierlich zurück.

In der präindustriellen Welt hat der technologische Fortschritt Menschen statt Wohlstand produziert

Das BIP pro Kopf ist ein Indikator, um die nationalen Durchschnittseinkommen zu messen. Das globale BIP pro Kopf ist über tausende von Jahren hinweg nur geringfügig gewachsen: In der präindustriellen Welt hat der technologische Fortschritt Menschen statt Wohlstand produziert. Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts hat sich dies – parallel zur ersten Welle der Globalisierung – erheblich geändert. In dieser Phase begann sich das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen, das globale BIP pro Kopf ist während der letzten zwei Jahrhunderte konstant gestiegen – die einzige Ausnahme waren die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen (weitere Informationen zu diesen Trends finden Sie hier).

Hinsichtlich der Entwicklung der extremen Armut zeigt die verfügbare Evidenz, dass bis zum Jahr 1800 die große Mehrheit der Menschen weltweit in einer extremen Existenznot lebte, während nur eine winzige Elite höhere Lebensstandards genoss. Doch im 19. Jahrhundert begannen wir Fortschritte zu machen und der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen fing langsam an zu sinken.

Dieser Trend wird im folgenden Chart ersichtlich. Wie wir sehen können, liegt der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen heute, also 200 Jahre seit Beginn dieser Entwicklung, bei weniger als 10% – eine Errungenschaft, von der unsere Vorfahren nicht zu träumen gewagt hätten.

Anmerkung: „Extreme Armut“ gemäß der Definition der Weltbank: Menschen leben demnach in extremer Armut, wenn sie mit weniger als 1,90 „internationale Dollar“ pro Tag leben müssen. Internationale Dollar sind eine hypothetische Währung, die die Einkommen um die Unterschiede der Preisniveaus und um die Inflation bereinigt (eine genauere Erklärung dazu finden Sie hier).

Dieser krasse Trend beim Rückgang der Armut ist noch bemerkenswerter, wenn wir berücksichtigen, dass die Weltbevölkerung während dieses Zeitraums um das Siebenfache gestiegen ist. In einer Welt ohne Wirtschaftswachstum hätte ein solcher Bevölkerungsanstieg dazu geführt, dass jeder weniger und weniger hätte konsumieren können. Wenn Sie in dem Chart oben in die „absolute“ Ansicht wechseln, dann sehen Sie, dass genau das Gegenteil geschah: in einer Zeit nie dagewesen Bevölkerungswachstums haben wir es geschafft, mehr und mehr Menschen aus der Armut zu holen.

Natürlich ist es schwierig, von weniger als 1,90 Dollar pro Tag zu leben – der Begriff „extreme Armut“ ist passend. Allerdings zeigen jüngste Berechnungen, dass der Anteil der unter der Armutsgrenze lebenden Menschen zurückgegangen ist – unabhängig davon, welche Armutsgrenze Sie wählen (hier finden Sie weitere Belege, die die These dieser wichtigen historischen Errungenschaft unterstützen).

Die Verbindung zwischen Globalisierung und absoluter Armut

Die Tatsache, dass Handel und Durchschnittseinkommen während einer Phase nie dagewesener Armutsreduzierung einem ähnlichen Aufwärtstrend gefolgt sind, ist natürlich noch kein Beweis für eine Kausalbeziehung. Allerdings deuten sowohl die Evidenz als auch die Theorie daraufhin, dass es sich dabei um mehr als nur um eine zufällige Korrelation handelt.

Der Handel bietet die Möglichkeit für Effizienzgewinne, die sich in gesamtwirtschaftlichem Wachstum niederschlagen. Von einem konzeptionellen Standpunkt aus trägt der internationale Handel zum Wirtschaftswachstum bei, indem er es Ländern erlaubt sich zu spezialisieren, um Güter zu produzieren, bei deren Herstellung sie effizient sind, während andere Güter importiert werden können. Für diesen Kausalmechanismus gibt es eine erhebliche empirische Evidenz.

Die Globalisierung hat dazu beigetragen, die Armut auf der Welt zu reduzieren

Wenn der Handel also die Durchschnittseinkommen steigen lässt – was bedeutet das für die Armut? 2002 haben David Dollar und Aart Kraay in einem vielzitierten Aufsatz gezeigt, dass im Durchschnitt die Einkommen der Ärmsten während der letzten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eins zu eins mit den durchschnittlichen Nationaleinkommen gestiegen sind. Das bedeutet: Der Handel hat dabei geholfen, die Einkommen der Armen genauso stark zu steigern wie die Durchschnittseinkommen. Inzwischen haben weitere Untersuchungen die Ergebnisse von Dollar und Kraay bestätigt.

Zusammengenommen sagt uns diese Evidenz also, dass die Globalisierung dazu beigetragen hat, die Armut auf der Welt zu reduzieren.

Die Verbindung zwischen Globalisierung und Ungleichheit

Die Aussage, dass die Globalisierung gut für die Armen ist, ist also im Durchschnitt richtig – in manchen Ländern und in manchen Zeitabschnitten haben die Armen besser als der Durchschnitt abgeschnitten, und manchmal aber auch schlechter.

Der Blick auf langfristige Durchschnittseffekte ist sehr hilfreich, um sich eine Meinung zu allgemeinen Trends zu bilden. Jedoch sind diese allgemeinen Trends nicht notwendigerweise dahingehend aussagekräftig, inwiefern der Handel die Verteilung von Einkommen im Allgemeinen beeinflusst hat – und sagt auch nichts darüber aus, inwiefern spezifische Gruppen von Menschen während verschiedener Zeiträume betroffen waren.

Die gleichen ökonomischen Prinzipien, die nahelegen, dass wir die aus dem Handel resultierenden Effizienzgewinne berücksichtigen sollten, legen uns auch nahe, dass wir ähnliches für die verteilungspolitischen Konsequenzen des Handels tun sollten: Wenn die Globalisierung Wachstum generiert, indem sie es Ländern erlaubt, sich auf die Produktion von Gütern zu spezialisieren, für deren Herstellung lokal verfügbare Ressourcen genutzt werden können, dann ist es nur natürlich zu erwarten, dass die Unterschiede bei der Ausstattung mit diesen Ressourcen sich auch auf die Art und Weise übertragen, wie diese Vorteile geerntet werden.

Die Welt ist heute sowohl reicher als auch ungleicher, als sie es im Jahr 1800 war

Wenn wir uns die Daten anschauen, können wir beobachten, dass der Prozess der Globalisierung und des Wachstums, der zu den historischen Errungenschaften bei der Armutsreduzierung geführt hat, sich parallel zu einem erheblichen Anstieg der weltweiten Einkommensungleichheit vollzog. Der folgende Chart macht dies deutlich, indem hier die globale Einkommensverteilung zu drei Zeitpunkten verglichen wird: 1800, 1975 und 2015. Wir können sehen, dass die Welt heute sowohl reicher als auch ungleicher ist, als sie es im Jahr 1800 war.

 

Es gibt zwei Kräfte, die die globale Einkommensungleichheit antreiben: Einkommensunterschiede innerhalb von Ländern, und Einkommensunterschiede zwischen Ländern. Welche der beiden Kräfte hat nun den Trend angetrieben, den wir in dem Chart gesehen haben? Die empirische Untersuchung legt nahe, dass es letztere war – die globale Ungleichheit stieg in der Periode von 1800 bis 1975, weil die industrialisierten Länder schneller wuchsen als die nicht-industrialisierten.

Im Jahr 1800 hatten nur ein paar wenige Länder Wirtschaftswachstum erzielt, während der größte Teil der Welt immer noch in Armut lebte. Im folgenden Jahrhundert gelang es mehr und mehr Ländern, ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen, und die weltweite Einkommensverteilung wurde entsprechend ungleicher: es gab eine klare Divergenz zwischen früh-industrialisierten Ländern (in denen extreme Formen der Armut praktisch ausgemerzt wurden) und dem Rest der Welt.

In den folgenden Jahrzehnten und bis zum heutigen Tag sind die früh-industrialisierten Länder weiter gewachsen, aber die größten Veränderungen haben am unteren Ende der Verteilungsskala stattgefunden. Heute ist die globale Einkommensungleichheit geringer als sie es 1975 war. Aber trotz dieses „Aufholwachstums“ ist unsere Welt heute sowohl reicher als auch ungleicher als sie es im Jahr 1800 war.

Was sagen uns die Daten also über die Globalisierung? Während des letzten Jahrhunderts waren die aus dem internationalen Handel resultierenden Gewinne erheblich und im Allgemeinen auch zwischen den Ländern gleich verteilt – aber die globale Ungleichheit hat zugenommen, weil die früh-industrialisierten Länder über einen langen Zeitraum hinweg höhere Gewinne erzielten, die sie dann unter ihren Bürgern verteilen konnten.

Die Verteilung der Handelsgewinne

Die Schlussfolgerung, dass die Globalisierung keine substanziellen Effekte auf die globale Ungleichheit hatte, dürfte manchen Menschen paradox vorkommen – schließlich gibt es in vielen Ländern eine klare Evidenz für eine steigende Ungleichheit, darunter auch Länder, die sehr vehement eine Politik der Handelsliberalisierung verfolgt haben. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür sind die USA, wo die Einkommensungleichheit in den letzten vier Jahrzehnten zugenommen hat, und die Einkommen der unteren 10% deutlich langsamer als die Einkommen der oberen 10% gestiegen sind (mehr zu den Ungleichheits-Trend innerhalb von Ländern finden Sie hier).

Wie können wir diese beiden empirischen Tatsachen miteinander in Einklang bringen? In einem kürzlich erschienenen Artikel lieferte Elhanan Helpman eine Antwort: Faktoren wie die Automatisierung, technologische Veränderungen und Marktspannungen haben mehr zum Anstieg der Ungleichheit beigetragen als die Globalisierung, so Helpman.

Falls dies der Fall sein sollte: Warum hat dann die Sichtweise, dass die Globalisierung schlecht für die Arbeiterschicht ist, Besitz von der politischen Debatte in den reichen Ländern ergriffen? Ein Teil der Antwort hat sicher mit der Tatsache zu tun, dass Menschen falsch über die empirische Evidenz informiert sind. Aber ein anderer wichtiger Grund ist, dass es auch zutreffend ist, dass es bestimmte Gruppen von Menschen gibt, die in den letzten Jahren nicht viele der Vorteile der Globalisierung ernten konnten, selbst wenn die Globalisierung nicht der Hauptgrund für die steigende Ungleichheit in den reichen Ländern war.

2004 hat Daniel Trefler einen Fachartikel veröffentlicht, in dem er zeigt, dass das 1989 geschlossene Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kanada vorrübergehend (etwa drei Jahre lang) die Arbeitslosigkeit in Kanada erhöhte. Und David Autor und seine Kollegen veröffentlichten 2013 einen ebenfalls viel zitierten Artikel, in dem sie zeigen, dass die Importe aus China auf verschiedene geografische Regionen in den USA divergierende Effekte hatten, wobei die Beschäftigung in den Zonen stärker zurückging, in denen die Industrien einer stärkeren Importkonkurrenz mit China ausgesetzt waren.

Die Politik sollte Arbeiter schützen und kompensieren, deren Einkommen durch die Globalisierung negativ beeinträchtigt werden

Diese Effekte auf bestimmte Gruppen sind real und müssen berücksichtigt werden, selbst wenn sie nicht implizieren, dass „die Globalisierung schlecht für die Armen“ ist. Die Politik sollte Arbeiter schützen und kompensieren, deren Einkommen durch die Globalisierung negativ beeinträchtigt werden. Und tatsächlich hat die Politik dies in den reichen Ländern bis zu einem gewissen Grad auch getan: so schmerzhaft Arbeitsplatzverluste für die betroffenen Arbeiter auch sein mögen, können wir dank Arbeitslosenunterstützung und anderen Sicherheitsnetzen nicht beobachten, dass die Arbeitslosigkeit in den reichen Ländern zu einer Ausbreitung extremer Armut geführt hätte.

Wie soll es weitergehen?

Ist die Globalisierung ein Motor für die ökonomische Entwicklung gewesen? Die Antwort lautet: ja. Die Globalisierung hatte einen positiven Effekt auf das Wirtschaftswachstum. Sie hat dazu beigetragen, die Lebensstandards zu heben und die extreme Armut auf der Welt zu reduzieren.

Können wir daraus schlussfolgern, dass wir eine „hyper-globalisierte“ Weltwirtschaft anstreben sollten, in der es einen vollkommen freien Handel und keinen Raum für öffentliche Politik und Regulierung gibt? Die Antwort lautet: nein.

Der springende Punkt ist, dass die weltweit erzielten historischen Erfolge, die mit der Globalisierung verbunden sind, nicht unabhängig von anderen Faktoren gelungen sind. Dazu zählt etwa die Fähigkeit von Regierungen, Ressourcen umzuverteilen. Wie der folgende Chart zeigt, hat der Prozess der Globalisierung, den wir in den letzten Jahrhunderten erlebt haben, in einer Zeit stattgefunden, in der Regierungen ihre Möglichkeiten zur Steuereintreibung und zur Umlenkung von Ressourcen – insbesondere durch Sozialtransfers – verbessert haben.

 

Wie viel Integration in die globalen Märkte wäre optimal? Ich würde jedem sehr skeptisch gegenüberstehen, der auf diese Frage eine definitive Antwort gibt. Aber es erscheint unwahrscheinlich, dass das optimale Ausmaß der Integration aus einem der folgenden zwei Extreme besteht – weder ein „Hyper-Protektionismus“ noch eine „Hyper-Globalisierung“ dürften die Antwort sein.

Globalisierung und Sozialpolitik sollten als Komplementäre, und nicht als Substitute behandelt werden

Eine Politik, die auf die Liberalisierung des Handels zielt, und eine Politik, die auf das Bereitstellen von sozialen Sicherungssystem zielt, werden oftmals von verschiedenen Gruppen vertreten – und diese Gruppen geraten üblicherweise in argumentative Konflikte. Aber sowohl die ökonomische Theorie als auch die empirische Evidenz des erfolgreichen Kampfes gegen die extreme Armut legen nahe, dass dies ein Fehler ist: Globalisierung und Sozialpolitik sollten als Komplementäre, und nicht als Substitute behandelt werden.

 

Zum Autor:

Esteban Ortiz-Ospina ist Postdoctoral Researcher an der University of Oxford. Außerdem ist er für das Portal Our World in Data tätig, wo dieser Beitrag auch in englischer Sprache erschienen ist. Eine spanischsprachige Version des Beitrags wurde zuerst in der Zeitschrift La Vanguardia veröffentlicht.