Solidarisches Grundeinkommen

Warum die aktuelle Hartz IV-Debatte abgehoben und letztendlich auch verlogen ist

Mit seinem Vorschlag für die Einführung eines „solidarischen Grundeinkommens“ hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller vor allem in der SPD die Debatte um Hartz IV neu entfacht. Deswegen aber nun eine Abschaffung des bei vielen Menschen verhassten Systems in Aussicht zu stellen, ist mindestens naiv, wenn nicht sogar versuchte Rosstäuscherei. Ein Kommentar von Stefan Sell.

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Warum die aktuelle Hartz IV-Debatte abgehoben und letztendlich auch verlogen ist

DatHeindel

Sehr viele interessante Ansätze. Aber wäre es nicht viel besser, dass die Armutsmindestlöhne, die weder im aktiven ganz zu schweigen im Rentenalter ausreichen davon zu überleben, zu richtigen Mindestlöhnen zu erhöhen? Was mich bei dieser Debatte, welche im Übrigen, dank unserer sog. „qualitäts-Medien“ sowie völlig verzerrt dargestellt wird, dass man alle Arbeitgeber, die Zuschüsse beantragen, welche ihnen ja von Arbeitsagenturen in der Regel auch für bis zu zwei Jahre auch noch länger, und bis zu 100% der Lohnkosten übernehmen oder darüber hinaus, erst einmal auch bitten, nach zu weisen, so wie auch die AN, dass sie „bedürftig“ sind? Auch wenn sog. Arbeitgeber, die Menschen zum entwürdigen aufstocken auf Amt schicken, müsste immer gleichzeitig auch die „Arbeitgeber“ aufgefordert werden, nach zu weisen, dass sie auch bedürftig sind und warum?

Ganz zu schweigen, von den vielen Arbeitgebern, die ganz legal auch sogar die Armutsmindestlöhne ganz legal umgehen können, ganz zu schweigen von den vielen illegalen Möglichkeiten. Ich sehe täglich wenn ich zur Arbeit fahre, am „Arbeiter-Strich“ wie sich Menschen für ein paar Euro pro Tag verkaufen, man kann auch von Versklavung sprechen, vor allem dann, was ja auch schon ab und an in den Medien publik gemacht wurde, wenn Menschen um ihren Lohn betrogen wurden.

Am Ende des Tages kann ich mich nur noch wundern, warum so wenige, die davon betroffen sind, nicht auf die Straße gehen und dagegen protestieren? Zu meiner Zeit habe ich noch erlebt, dass über 1 Mio. Menschen auf die Straße gegangen sind, als es um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ging.