Twitter-Ranking

von Christian Odendahl und Philipp Stachelsky

Diese deutschsprachigen ÖkonomInnen, WirtschaftsjournalistInnen und -bloggerInnen haben den größten Einfluss auf Twitter.

Stand: 27. April 2018

  • Einzelwertung
  • Teamwertung
  • Sprintwertung
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Worum geht es?

320 Millionen Nutzer weltweit, 12 Millionen allein in Deutschland: Twitter ist längst zu einem der zentralen Debattenräume unserer Welt geworden. Auch in der deutschsprachigen Ökonomenszene erfreut sich der Kurznachrichtendienst wachsender Beliebtheit. Zahlreiche VolkswirtInnen, WirtschaftsjournalistInnen und -bloggerInnen versuchen inzwischen, ihre Analysen, Berichte und Meinungen via Twitter zu verbreiten und zu diskutieren.

Wir wollen messen, wem dies am besten gelingt. Daher haben wir ein Ranking entwickelt, das Auskunft über den Einfluss von deutschsprachigen ÖkonomInnen, WirtschaftsjournalistInnen und -bloggerInnen und ihren Medienhäusern, Instituten, Universitäten und Think Tanks gibt. Unser Ranking ist damit weniger eine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung zu schon bestehenden Ranglisten wie etwa dem FAZ-Ökonomenranking, die den Social Media-Einfluss vollkommen außenvorlassen.

Die erste Ausgabe unseres Rankings ist im Januar 2017 erschienen. Updates haben wir quartalsweise vorgenommen.

Einzel- und Teamwertung

Wir haben unser Ranking in zwei Kategorien aufgespalten: „Klassische“ ÖkonomInnen und MedienvertreterInnen. In letztere Gruppe fallen nicht nur JournalistInnen, sondern auch BloggerInnen. Sowohl für das Ökonomen-, als auch für das Medien-Ranking haben wir neben der personalisierten Einzelwertung auch eine Teamwertung entworfen. In dieser Wertung berücksichtigen wir nur die zentralen Accounts von Institutionen und Medien, die in der DACH-Region (Deutschland, Österreich oder der Schweiz) beheimatet sind.

Sprintwertung

Bei unserem ersten Update im April haben wir eine neue Kategorie eingeführt: die Sprintwertung. Diese Rangliste gibt an, welche Accounts ihre Klout Scores (mehr dazu weiter unten) seit dem letzten Ranking am stärksten steigern konnten. Bei gleicher Verbesserung des Klout Scores gibt die Zahl der hinzugewonnenen Follower den Ausschlag. Sollte auch diese gleich sein, setzt sich das Profil durch, dass während der letzten drei Monate weniger Personen zusätzlich gefolgt ist.

Im April hatte die Sprintwertung doch einige deutliche Überraschungen beinhaltet. Teilweise konnten Twitterer ihren Klout Score um über 15 Punkte steigern, was selbst für Profile mit einem niedrigen Ausgangsscore enorm viel ist. In Anlehnung an die Tour de France war unser erster Gedanke: die haben doch gedopt! Zum Beispiel könnte es sein, dass einige Accounts durch das Registrieren von anderen Social Media-Konten bei Klout ihren Score deutlich erhöht haben.

Wir hatten die Wertung dennoch gemacht, weil wir glauben, dass der überwiegende Teil der Sprint-Spitzenplätze nicht auf freiwilliges oder unfreiwilliges – aber ganz wichtig: in jedem Fall nicht verwerfliches! – Doping zurückzuführen ist, sondern schlicht und ergreifend auf eine gesteigerte Twitter-Aktivität und das Verbreiten von spannenden Inhalten.

Die späteren Sprintwertungen haben uns in dieser Einschätzung bestätigt: Die „Leistungsausschläge“ bei den Top-SprinterInnen sind deutlich geringer geworden. Außerdem haben wir den Eindruck, dass sich die Verwendung (legaler) Dopingmittel auf mittlere Sicht nur sehr bedingt auszahlt: So mussten einige Accounts, bei denen wir den Verdacht hatten, dass ihre enormen Steigerungen auch auf das Hinzufügen von anderen Social Media-Accounts zurückzuführen waren, zu späteren Zeitpunkten teils deutliche Einbußen hinnehmen. Es deutet also viel daraufhin, dass es sich dabei um einen Einmaleffekt handelt, der nach einigen Wochen wieder größtenteils verpufft.

Welche Personen und Teams werden berücksichtigt?

Für die Aufnahme in unser Ranking müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Die Person muss ihrer Tätigkeit in der DACH-Region nachgehen (Deutschland, Österreich, Schweiz) oder aus einem dieser Länder stammen. Sie sollte zwar der deutschen Sprache mächtig sein, es ist aber keine Voraussetzung, dass auch tatsächlich überwiegend auf Deutsch getwittert wird.
  • Der Schwerpunkt von JournalistInnen und BloggerInnen muss auf wirtschaftspolitischen bzw. volkswirtschaftlichen Themen liegen.
  • Auch zentrale Accounts müssen diesen Fokus haben: So nehmen wir beispielsweise bei Zeitungen nur den Account des Wirtschaftsteils. Das gleiche gilt auch für Universitäten: wir nehmen nur Accounts der entsprechenden VWL-Fakultäten oder -Institute auf.
  • Wir berücksichtigen nur Profile, die mindestens 150 Follower haben.

Wie wird der Einfluss gemessen?

Die einfachste Möglichkeit, um den Einfluss eines Twitter-Profils zu messen, besteht darin, sich an der Zahl der Follower zu orientieren. Diese Methode halten wir aber für unzureichend – schließlich sagt die Masse an Followern noch nichts darüber aus, ob und in welchem Umfang es Personen gelingt, ihre Tweets auch an den Mann oder die Frau zu bringen.

Als wesentlich besser geeignet erscheint uns die Verwendung des sogenannten Klout Scores. Dabei handelt es sich um einen von der Firma Klout (vom Englischen clout) entwickelten Index, der angibt, wie groß der Einfluss einer Person auf sozialen Netzwerken ist. Der Maximalwert beträgt 99 – diesen Score schafft derzeit nur Ex-US-Präsident Barack Obama. Wenn mehrere Accounts den gleichen Klout Score haben, entscheidet die Zahl der Follower über die Platzierung.

Keine Messung ist ohne Schwächen, und Klout ist da keine Ausnahme. Die Firma schaut in alle sozialen Netzwerke, nicht nur auf Twitter. Wir rufen zwar nur den Twitter-spezifischen Klout Score ab. Dieser wird aber um den Einfluss in anderen sozialen Netzwerken von Klout ergänzt, wenn sich dieser Twitter User bei Klout selbst registriert und andere Accounts, z.B. ein Facebook Profil, mit diesem Klout Account verknüpft hat. Das ist allerdings bei ÖkonomInnen eher selten der Fall, und verzerrt den Twitter-Einfluss kaum, bei WirtschaftsjournalistInnen dagegen häufiger. Gerade bei der Sprintwertung könnte diese Schwachstelle des Klout Scores zu Verzerrungen geführt haben (siehe oben).

Der Score wird laut Angaben von Klout durch mehr als 400 Signale ermittelt. Der größte Teil dieser Signale basiert darauf, wie andere Menschen auf die Tweets oder Posts des jeweiligen Profils reagieren. So wirken sich 100 Retweets auf 100 Tweets stärker aus als 100 Retweets auf 1.000 Tweets. Außerdem wird berücksichtigt, wie selektiv der erreichte Personenkreis ist: Wenn man beispielsweise nur von einer einzigen Person an einem Tag 100 Likes und Retweets erhält, wirkt sich dies weniger stark auf den eigenen Score aus, als wenn 100 verschiedene Personen einen Inhalt jeweils einmal retweeten oder liken.

Bitte melde dich!

Inzwischen erfüllen mehr als 450 Accounts die weiter oben definierten Kriterien. Wir haben den Anspruch, wirklich jede Person und Institution in unserem Ranking zu berücksichtigen, die diesen Kriterien genügt – aber aufgrund der schieren Masse an Twitter-Nutzern können wir natürlich nicht mit letzter Gewissheit behaupten, dass wir tatsächlich niemanden übersehen haben, und natürlich gibt es auch Grenzfälle. Wir bitten also, etwaige Versäumnisse zu entschuldigen – und uns per formloser Mail an [email protected] oder via Twitter auf entsprechende Profile hinzuweisen, die wir dann bei der nächsten Aktualisierung aufnehmen werden. Das gleiche gilt auch für Accounts, die zu einem späteren Zeitpunkt den 150-Follower-Cut schaffen. Korrekturen (z. B. bei den Affiliations) schicken Sie bitte ebenfalls über die genannten Kanäle.