#Economists4Future

Mit Wachstumsunabhängigkeit zur nachhaltigen Digitalisierung

Die Zukunft der Ökonomie wird digital sein. Daher ist es wichtig, schon heute die richtigen Weichen zu stellen und die digitale Infrastruktur mit einer Nachhaltigkeitstransformation zu verknüpfen. Ein Beitrag von Kora Kristof und Steffen Lange.

Vor einem Jahr hat das Netzwerk Plurale Ökonomik im Angesicht der Klimakrise und der Fridays-for-Future-Proteste unter #Economists4Future dazu erstmals aufgerufen, Impulse für neues ökonomisches Denken zu setzen und bislang wenig beachtete Aspekte der Klimaschutzdebatte in den Fokus zu rücken. Das Ergebnis war eine im Makronom erschienene Debattenreihe.

Nun folgt die zweite Runde der Debattenreihe. Wieder erscheint wöchentlich ein ausgewählter Beitrag, der sich kritisch-konstruktiv mit aktuellen Leerstellen und Herausforderungen in der Klimaökonomik auseinandersetzt. Dabei geht es beispielsweise um die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, mentale Infrastrukturen, institutionelle Pfadabhängigkeiten und Wachstumszwänge oder Klimapolitik auf EU-Ebene. Alle Beiträge, die bisher im Rahmen der Economists for Future-Serie erschienen sind, finden Sie hier.

Direkt bei ihrem  Amtsantritt Ende 2019 machte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen deutlich, was aus ihrer Sicht die beiden großen Herausforderungen für die Europäische Union sind: die Digitalisierung und der Klimawandel. Und sie ist damit nicht allein: Auch in nationalen Debatten in Deutschland und anderswo stehen diese beiden Themen immer wieder an vorderster Stelle.

Noch vor ein paar Jahren herrschte auf Tagungen und Podien zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit vor allem Optimismus vor: Digitale Tools sollten Produktionsprozesse effizienter machen, Logistik optimieren und unseren Alltag dematerialisieren – denn Digitales schien immateriell. Inzwischen ist die Diskussion einen Schritt weitergekommen – und etwas weniger optimistisch.

Spätestens seit dem großen zivilgesellschaftlichen Kongress Bits & Bäume von 2018 ist im öffentlichen Diskurs verankert, dass die Digitalisierung nicht nur Chancen, sondern auch massive Risiken für die ökologische Nachhaltigkeit birgt. Denn die Produktion und Nutzung von Smartphones, Tablets, Robotern und Server-Parks benötigen Energie und Ressourcen. Hinzu kommt, dass digitale Möglichkeiten Produktion und Konsum anregen und auf diesem Wege ökologische Belastungen erhöhen. Der Energieverbrauch des Internets macht heute bereits rund 10% der weltweiten Stromnachfrage aus und könnte bis zum Jahr 2030 auf 30 oder gar 50% ansteigen, je nachdem, wie stark wir unser Leben und unsere Wirtschaft durchdigitalisieren.

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