Urbane Bodengerechtigkeit

Maßstäbe für eine gerechte Bodennutzung in der Stadt

Das Konzept der urbanen Bodengerechtigkeit bietet einen normativen Rahmen, der bezahlbares Wohnen, demokratische Bodenpolitik und ökologische Grenzen zusammendenkt. Ein Beitrag von Julian Degan.

Bild: Pixabay

Boden ist eine zentrale Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlergehens, spielt im ökonomischen Diskurs heutzutage jedoch meist nur eine Nebenrolle. Dabei wirft die endliche Ressource Boden zentrale Fragen einer verlässlichen Grundversorgung innerhalb planetarer Grenzen auf: von Wohnen, Energie und Mobilität bis hin zu Industrie, Landwirtschaft, Erholungsräumen und ökologischen Funktionen.

Die Sonderreihe „Boden als öffentliche Infrastruktur“ widmet sich diesen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven. In fünf Beiträgen geht sie der Frage nach, was es heißt, Boden als öffentliche Infrastruktur neu zu denken und welche Konsequenzen sich daraus für eine zeitgemäße Bodenpolitik und die ökonomische Debatte ergeben. Sie behandelt Fragen der Bodengerechtigkeit, der Demokratisierung urbaner Bodenbeziehungen, der Rolle von Bodenrenten und Bodenwerten für Infrastrukturen sowie des Flächensparens, dessen Relevanz weit über ökologische Zielsetzungen hinausgeht. 

Die Reihe wird von Economists for Future gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Alltagsökonomie kuratiert und erscheint in Kooperation mit dem Makronom. Gefördert wird sie von der Heidehof Stiftung. Hier finden Sie alle Beiträge, die bisher im Rahmen der Serie erschienen sind.

Um den anhaltenden Wohnungsmangel in Deutschland zu bekämpfen, verabschiedete die Bundesregierung im Herbst 2025 den sogenannten „Bau-Turbo“. Dabei handelt es sich um eine Sonderregelung im Baugesetzbuch, die es Kommunen bis Ende 2030 ermöglicht, den Neu- oder Umbau von Wohngebäuden schneller – konkret: ohne aufwändiges Bebauungsplanverfahren – zu genehmigen.

Dass Städte und Gemeinden damit, wie Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) ankündigt, zügiger „nachverdichten, aufstocken, erweitern und umnutzen“ können, klingt zunächst vielversprechend. Denn gerade in den dynamisch wachsenden Ballungsräumen, wo der Wohnungsmangel am akutesten ist, ließe sich zusätzlicher Wohnraum durch Nachverdichtungen und Umbauten bestehender Gebäude zielgerichtet und flächenschonend errichten.

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