Weltwirtschaftsforum

Die pflichtschuldigen Klagelieder von Davos

Alle Jahre wieder treffen sich die Reichen und Mächtigen dieser Welt in den Schweizer Alpen, um über die Ungleichheit zu debattieren – und ohne irgendetwas daran zu ändern. Ein Kommentar von Branko Milanovic.

Niemals in der Menschheitsgeschichte wird der Reichtum pro Quadratmeter höher sein als während dieser Woche in Davos. Foto: Pixabay

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Die pflichtschuldigen Klagelieder von Davos

Christoph Baumgarten

Um die Liste zu vervollständigen: In Ländern an der ökonomischen und politischen Peripherie sind es teilweise die gleichen Akteure, die der dortigen Politik harte Austeritätsmaßnahmen, gepaart mit Lohndumping im Austausch für internationale Kredite aufoktroyieren. So ist etwa das neue Arbeitsrecht in Bosnien maßgeblich auf Druck der deutschen Politik zurückzuführen, die zu Hause ja den Kampf gegen Ungleichheit rhetorisch auf ihre Fahnen geheftet hat. Siehe etwa hier: https://balkanstories.net/2017/10/11/210-euro-mindestlohn-sind-politik-zu-viel/

Und natürlich haben westliche Konzerne kein Problem damit, beim Lohndumping an der europäischen Peripherie  mitzumachen – in Serbien sind diese Konzerne teilweise von der Pflicht ausgenommen, Mindestlohn zu zahlen – während die Vorstandsvorsitzenden nicht weniger beteiligter Konzerne in Davos die finanzielle Ungleichheit auf der Welt beklagen werden.