Economists for Future

Klimasozialpolitik als Leitstern der Transformation

Klimaschutzpolitik muss so gestaltet werden, dass sie nicht privilegiert, sondern ermöglicht – und besonders jene stärkt, die heute am meisten unter Armut, Energiekosten und fehlenden Alternativen leiden. Ein Beitrag von Astrid Schaffert.

Unsere Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Transformationsprozesses. Im Zentrum steht die Wirtschaft – und die Suche nach Wegen zur Nachhaltigkeit. Die nächsten Jahre werden entscheiden, inwiefern dieser Wandel by disaster geschieht oder uns by design gelingt.

Die Debattenreihe #econ4future widmet sich den damit verbundenen ökonomischen Herausforderungen und diskutiert mögliche Lösungsansätze. Die Beiträge analysieren Engführungen in den Wirtschaftswissenschaften und Leerstellen in der aktuellen Wirtschaftspolitik. Zugleich zeigen sie Orientierungspunkte für ein zukunftsfähiges Wirtschaften auf und geben Impulse für eine plurale Ökonomik, die sozial-ökologische Notwendigkeiten ernst nimmt.

Die Kooperation mit Economists for Future e.V. begann im September 2019. Seitdem erscheint jährlich eine neue Staffel mit wechselnden Themenschwerpunkten. Die siebte Ausgabe widmet sich der Frage, wie sich soziale Sicherheit im Spannungsfeld von Klimakrise und wirtschaftlicher Transformation neu denken lässt. Was braucht es aus ökonomischer Perspektive, um sozialer Spaltung sowie dem Erstarken autoritär-nationalistischer Tendenzen entgegenzuwirken? Und wie können Wohlfahrtsstaat, Eigentumsverhältnisse, Versorgungssysteme und Institutionen so gestaltet werden, dass demokratischer Zusammenhalt, ökologische Stabilität und ökonomische Resilienz gestärkt werden?

Alle bisher erschienenen Beiträge der Economists for Future-Reihe finden Sie hier.

Hitzewellen, Dürren, außer Kontrolle geratene Waldbrände, Überflutungen, historisch einmalige Kälteperioden, Hagel oder extreme Stürme: Die Liste der klimakrisenverbundenen weltweiten Extremwetterereignisse ist im Juli dieses Jahres auf 123 gestiegen. Die Klimakrise zeigt ihre zerstörerischen Auswirkungen überall auf dem Globus. Der Handlungsdruck ist groß.

Auch aus sozialer Perspektive sind die Herausforderungen spürbar. Einkommensärmere Personen leiden deutlich stärker unter den Folgen der Extremwetterereignisse. Zum Schutz fehlen ihnen meist die materiellen, physischen und strukturellen Möglichkeiten. Steigende Kosten für die Klimaanpassung werden zunehmend die öffentlichen Haushalte belasten, relevante Teile vermutlich auch in die private Verantwortung verlagert.

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