Fremde Federn

Inflationsnarrative, Krypto-Crash, modernes Sklaventum

Diese Woche unter anderem in den Fremden Federn: Wie unterschiedlich Bürger und Ökonomen Inflation sehen, die ökonomischen Konsequenzen der Energie- und Verkehrswende und warum Kryptowährungen „Finanzbetrug im Schnellverfahren“ sind.

Foto: Jojo Bombardo via Flickr (CC BY-ND 2.0)

In den „Fremden Federn“ stellen wir einmal pro Woche in Kooperation mit dem Kuratorendienst piqd eine Auswahl von lesenswerten journalistischen Fundstücken mit wirtschaftspolitischem Bezug zusammen. piqd versteht sich als eine „Programmzeitung für guten Journalismus“ – was relevant ist, bestimmen keine reichweitenoptimierten Algorithmen, sondern ausschließlich ausgewählte Fachjournalisten, Wissenschaftler und andere Experten.

Die Inflation – zehn Ökonomen, elf Meinungen

piqer:
Thomas Wahl

Wie man täglich beim Einkaufen und in den Medien sieht: wir haben Inflation. Ein bekanntes und altes Phänomen ist wieder da. Man sollte meinen, dass die Ökonomen das auch schlüssig und halbwegs einvernehmlich erklären und/oder modellieren können – um der Wissenschaft dann zu folgen. Dem scheint nicht wirklich so:

Einer der berühmtesten Ökonomenwitze handelt von den zehn Ökonomen mit elf Meinungen, von denen mindestens zwei von John Maynard Keynes vertreten werden. Die Meinungsvielfalt der Ökonomen zeigt sich auch, wenn es um den Inflationsschub geht, der in diesen Monaten viele Länder nicht nur im Westen erfasst hat. In einer aktuellen Umfrage unter 111 Fachleuten der Makroökonomik nennen die Befragten nicht weniger als 14 Gründe für das steigende Preisniveau in den Vereinigten Staaten.

Darunter sind vor allem die Probleme der Lieferketten, die Staatsausgaben, die Corona-Pandemie und die Geldpolitik. Grob unterscheidet man dabei zwischen angebots- oder nachfrageseitigem Preisdruck. Aus dieser Unterscheidung und Einordnung folgt dann auch, ob und wie man die Inflation bekämpfen kann.

Die Verknappungen von Gütern wegen gedehnter oder gerissener Lieferketten sind ein Problem des mangelnden Angebots, das Preise nach oben treibt. Steigende Staatsausgaben und expansive Geldpolitik führen dagegen zu einer höheren Nachfrage, die den Preisdruck erhöht.

Zentralbanken können zwar mit hohen Zinsen versuchen, die Nachfrage zu dämpfen. Aber mit Geldpolitik lässt sich kaum für mehr nachgefragte Produkte oder Dienstleistungen sorgen. Gegen solche Preissteigerungen ist man erst mal machtlos. Allerdings können (und haben) die Zentralbanken solche Entwicklung durchaus monetär alimentiert, indem sie Geldmengen entsprechend erweitert haben.

Dass die Ökonomen in der Umfrage sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Ursachen für die aktuelle Inflation angeben, spiegelt sicher die Komplexität unserer Gesellschaften wider, macht es aber schwierig, diese vielen Faktoren zu „steuern“, Inflationstendenzen zu bekämpfen.

In der Umfrage wurden auch die Bürger befragt, wie sie die Inflation erklären. Da zeigt sich:

  • Bürger denken einfacher als Experten, ihre Argumentationsketten sind im Schnitt einseitiger, kürzer und gröber.
  • Bürger vermuten die Gründe für die Inflation überwiegend auf der Angebotsseite.
  • Die Narrative der privaten Haushalte zur Inflation enthalten starke  Schuldzuweisungen an die Politik – politische Misswirtschaft, Staatsausgaben, Schwierigkeiten in den Lieferketten oder die Energiekrise.
  • Es werden Inflationsursachen vermutet, denen keiner der Fachleute Relevanz zumisst. Etwa dem Preiswucher.

Diese Komplexität – sowohl der Prozesse selbst, als auch der Erklärungen – macht es sicher schwierig für die Politik. Und so stimmt sicher, was in einem anderen aktuellen Beitrag des FAZ-Wirtschaftsblogs formuliert wird: Die Makroökonomik befindet sich derzeit in einem gewaltigen natürlichen Experiment mit offenem Ausgang. Dazu auch:

Unbestreitbar haben die Ereignisse der vergangenen Jahre Zweifel an der Überzeugung geweckt, die Geldpolitik verfüge über krisensicheres theoretisches Fundament. Von dieser Erkenntnis bis zur Anwendung einer plausiblen Alternative ist es jedoch ein weiter Weg. Braucht die Makroökonomik einen neuen Star vom Kaliber eines Robert Lucas? Wer weiß …

Ukraine-Krieg, Klimapolitik und deren wirtschaftliche Konsequenzen

piqer:
Jürgen Klute

Ich empfehle hier einen Gastbeitrag von Robert Goebbels im Tageblatt Lëtzebuerg. Goebbels war in den 1990er Jahren Minister für Ökonomie, Transport und öffentliche Bauten in Luxemburg und danach Mitglied des Europäischen Parlaments. Er gehört der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP) an.

Sein Gastbeitrag ist überschrieben mit „Unsere Solidarität mit der Ukraine muss auf Friedensverhandlungen abzielen“. Tatsächlich geht es in dem Beitrag auch um den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die letzten Absätze sind auch ein Appell, den Krieg so bald als möglich zu beenden.

Das eigentlich Spannende und Lesenswerte an diesem Artikel ist aber ein ganz anderer Aspekt, der den größeren Teil des Beitrags umfasst und weshalb ich ihn auch hier empfehle. Zum einen geht Goebbels auf die Sanktionen gegen Russland anlässlich des Krieges ein und auf die durch sie veranlassten Veränderungen der globalen wirtschaftlichen Verflechtungen.

Zum anderen – und das ist aus meiner Sicht der spannendste Teil – beschreibt Goebbels die ökonomischen Konsequenzen der Energie- und Verkehrswende. Sie stellen für die globale Wirtschaft eine enorme Herausforderung dar: Eine Studie der Universität von Leuven kommt zur Schlussfolgerung, die EU könnte sich nur von Erdöl und Erdgas verabschieden und die angestrebte Karbon-Neutralität bis 2050 erreichen, wenn für die Fertigung der dazu benötigten Sonnenpaneele, Windturbinen und Batterien das Vielfache der zurzeit genutzten Volumen an Lithium, Neodym, Nickel, Kobalt, Kupfer, Silizium, Zink und Aluminium zur Verfügung ständen.

Und andererseits fragt Goebbels zu Recht danach, wie die rund 50 Staaten weltweit, deren Wirtschaft überwiegend auf dem Export fossiler Energieträger basiert, auf die europäische Energie- und Verkehrswende reagieren (werden).

Diese ökonomischen Konsequenzen der veränderten europäischen Klimapolitik, auf die Goebbels hinweist, sind keine Argumente gegen sie. Ein Ausstieg aus der fossilen Energieproduktion ist nach allem, was wir heute wissen, tatsächlich alternativlos. Aufgrund der jahrzehntelangen politischen Verzögerung des Ausstiegs wirkt er heute umso heftiger. Umso wichtiger ist es, sich der ökonomischen Konsequenzen einer konsequenten Klimapolitik bewusst zu werden, um sie politisch betätigen zu können. Ein auf einer wertebasierten Außenpolitik basierender moralischer Rigorismus bietet m. E. keine Lösung. Lösungen bietet eher eine Rückbesinnung auf eine nüchterne Außenpolitik, die auf einen Ausgleich der zumeist ökonomischen Interessen basiert. Darauf zielt der Gastbeitrag von Robert Goebbels letztlich. Eine solche Politik schließt keineswegs aus, Menschenrechte und Demokratie als Maßstab einer interessenbasierten Politik zu begreifen.

Kryptowährungen sind „Finanzbetrug im Schnellverfahren“

piqer:
Antje Schrupp

Jürgen Geuter hält es für seine Pflicht als Informatiker vor Kryptowährungen und dem Web3 zu warnen. Im Interview erläutert der Netztheoretiker die Hintergründe dessen, was er „das große, völlig unregulierte Casino, dessen Spieler und Betreiber versuchen, den Planeten abzubrennen“ nennt. Kryptowährungen generieren laut Geuter keine ökonomische Wertschöpfung, verbrauchen eine angesichts des Klimanotstands wahnsinnige Menge an Energie. Außerdem sei vieles schlicht Betrug.

Im Interview entlarvt Geuter, der auf diversen Social Media-Plattformen auch als @tante unterwegs ist, die Hintergründe seiner Kritik: Er entlarvt diverse Mythen rund um Blockchain-Technologien (zum Beispiel die, dass sie dezentral seien) und warnt vor problematischen sozialen Folgen und einem hinter diesen Technologie stehenden Gesellschaftsbild des gegenseitigen Misstrauens.

Wer lieber schauen als lesen mag, kann auch Geuters Talk zum Thema auf der Re:publica anschauen.

Vorbild Schottland: Umwelt-NGOs und Gewerkschaften kooperieren

piqer:
Leonie Sontheimer

Jahrelang wurden die grüne Transformation und das Arbeitsplätze-Argument gegeneinander ausgespielt. In Schottland – so legt es zumindest der hier empfohlene Beitrag nahe – zeigt sich gerade, dass es auch anders geht, dass Umweltschützer und Gewerkschaftler an einem Strang ziehen können.

Aberdeen liegt an der Ostküste und ist für seine Ölindustrie bekannt. Der Reporter, Karl Mathiesen, trifft dort Campaigner von NGOs und Gewerkschaften und beschreibt, wie sie zusammenarbeiten. Interessant wird der Artikel in meinen Augen dort, wo er ganz konkret wird, z. B. bei der Forderung nach einem industrieübergreifenden Training-Ausweis:

Around 90 percent of U.K. oil and gas workers have skills that can be applied in other energy sectors. But each industry in Aberdeen — oil, offshore wind, shipping — has its own, privatized certification schemes. That means completely transferable skills from oil rigs are not recognized on a wind farm. The cost of a single certification can run into the thousands of pounds, leaving many oil and gas workers frozen out of the wind boom.

It’s here that green groups have found a toe hold. In their first official joint campaign, RMT and a coalition of NGOs — Greenpeace, Friends of the Earth (FOE) and Platform — are pushing for an offshore training “passport” that would allow workers to use the same skills in different industries.

Etwas, das in anderen Ländern auch sinnvoll sein könnte.

Als weitere Strategie, um sich einander anzunähern, identifiziert der Beitrag lange im Pub zu sitzen: „Building a bridge across the divide has taken time, effort and a lot of beers, said Ryan Morrison, a campaigner with FOE [steht für Friends of the Earth].“

Geduld braucht es sicherlich auch andernorts, um die grüne Transformation mit verschiedenen Akteuren gemeinsam zu gestalten. In Deutschland gibt es schon länger eine Kooperation zwischen Fridays for Future und Verdi, auch die Kampagnen gegen Kohleabbau im Rheinland und der Lausitz haben in den letzten Jahren den Austausch mit den Gewerkschaften gesucht. Ob es Bestrebungen nach einem industrieübergreifenden Training-Ausweis gibt, weiß ich nicht. Schreibt mir gern einen Hinweis in die Kommentare, falls ihr mehr wisst!

Der Beitrag ist übrigens Teil einer Klima-Serie von Politico, namens Climate, Changed, wo es auch noch andere lesenswerte Artikel gibt.

Die Rückkehr der vorkommunistischen Eliten in China

piqer:
Thomas Wahl

Immer wieder wird im Westen darüber diskutiert, die privilegierten Eliten zurückzudrängen, um mehr Gleichheit herzustellen. In den kommunistischen Ländern hat man dies sehr rigoros und blutig durchgezogen. Am Beispiel von China zeigt sich nun: Die Nachkommen der präkommunistischen Elite erobern wohl überraschend Privilegien zurück. Nach der Revolution hatten sich die neuen Herrscher schnell daran gemacht,

Land von Menschen auf dem Land zu beschlagnahmen, es unter den Landlosen umzuverteilen, private Unternehmen zu enteignen und viele Landlords und Menschen hinzurichten, die für das gestürzte nationalistische Regime gearbeitet hatten. Die Kulturrevolution schien der Nagel im Sarg einer ganzen sozialen Klasse zu sein.

Nun sieht man empirisch, dass dieses brutale „Reengineering“ einer Gesellschaft nicht so richtig funktioniert hat.

Die Enkel der alten Eliten haben den ursprünglichen Status ihrer Familien gutteils zurück erlangt. Sie sind wieder gebildeter und wohlhabender als andere Haushalte, haben andere Werte und Einstellungen als die Familien, die vor 1949 niedrigeren Schichten angehörten.

Sie sind weniger beunruhigt von Ungleichheit, unternehmerischer, marktfreundlicher und eher geneigt zu Individualismus und dem Glauben an Erfolg durch harte Arbeit.

Und das – wie der gepostete Artikel zeigt –, obwohl der Gini-Koeffizient der Ungleichheit an Landbesitz durch die Landreform drastisch gesenkt wurde, und zwar von 0,5 auf 0,1. Man erreichte also eine quasi perfekte Gleichheit. In der Gegenwart, so der Artikel, war die Wahrscheinlichkeit bei den Nachkommen der alten Elite,

die zwischen 1966 und 1990 geboren wurden, dass sie die Highschool abschlossen, um 6 % höher als bei ihren Altersgenossen. Im Jahr 2010 verdienten sie 12 % mehr als andere Chinesen. Sie verdienten sogar 2 % mehr als Parteimitglieder.

Woran liegt das? Der Artikel meint, das es den ehemaligen Eliten oft gelungen ist, ihr soziales Kapital über die Generationen weiterzugeben. Allerdings auch

versteckter Reichtum – gehortet von Verwandten außerhalb des chinesischen Festlands – könnte geholfen haben. Aber wichtiger war die anhaltende Stärke der Familiennetzwerke im Land. Die Erholung des Reichtums unter den Nachkommen der ehemaligen Elite, schreiben die Gelehrten, wurde fast ausschließlich in Dörfern mit einer starken klanbasierten sozialen Struktur gefunden (von denen es in China viele gibt).

Man versteht, warum es in Revolutionen immer wieder Bestrebungen zur Ausrottung aller Vertreter bestimmter sozialen Schichten gegeben hat. Offensichtlich werden nicht nur Vermögen weitergegeben, sondern auch Fähigkeiten, Werte und Verhaltensweisen. Es wäre sicher interessant zu erforschen, inwiefern auch vererbte Intelligenz eine Rolle spielt – oder auch nicht. Denn wir wissen, dass unser Erbgut erheblichen Einfluss darauf hat, wie intelligent wir sind.

Unterschiede in der Intelligenz sind zu mindestens 50 Prozent, vermutlich sogar zu 80 oder 90 Prozent, auf Gene zurückzuführen – darüber ist sich die Wissenschaft heute weitgehend einig.

Modernes Sklaventum in Europas größter Volkswirtschaft

piqer:
Jürgen Klute

Dass Deutschland einen ausufernden Niedriglohnsektor pflegt, der die Produktionskosten deutscher Produkte niedrig halten soll, ist weithin bekannt und leider auch gesellschaftlich so weit akzeptiert, dass sich Verbesserungen für die in diesem Sektor arbeitenden Menschen nur schwer durchsetzen lassen.

Dass es zudem noch eine Form modernen Sklaventums in Deutschland gibt, die dem gleichen Ziel dient, ist weit weniger bekannt, obgleich in letzter Zeit auch darüber mehrfach berichtet wurde. Einmal mehr macht nun Marita Fischer in einem Artikel für die taz auf diesen noch immer weitgehend unter dem Teppich gehaltenen Skandal aufmerksam. Es geht – wie der eine bzw. die anderen vielleicht schon ahnen – um die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Die Werkstätten als solche sind nicht der Skandal. Der Skandal liegt darin, dass den dort arbeitenden Menschen mit Behinderungen der Status eines Arbeitnehmers bzw. einer Arbeitnehmerin vorenthalten wird – mit weitreichenden Auswirkungen für die Betroffenen. Und das, obgleich die UN-Behindertenrechtskonvention dies verbietet, die von der Bundesrepublik ratifiziert wurde und seit über zehn Jahren in Kraft ist, in Deutschland aber nicht auf die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen angewandt wird.

Mitteile wehren sich immer mehr Betroffene gegen die Weigerung der Regierung, die UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umzusetzen. Und auch die EU hat das Thema mittlerweile aufgenommen und im Visier. Darüber berichtet Marita Fischer in ihrem Artikel, der aus meiner Sicht jede Aufmerksamkeit verdient.

„Great Resignation“ nun auch im akademischen Bereich erkennbar

piqer:
Ole Wintermann

Der Text bei Nature.com beschäftigt sich mit dem Phänomen der “Great Resignation”, speziell auf dem australischen, britischen und US-amerikanischen Arbeitsmarkt für Akademiker. Dort findet unter dem Hashtag #leavingacademia in den sozialen Medien – und hierbei insbesondere bei Facebook – ein intensiver Erfahrungsaustausch von Akademikern statt, die vorhaben, die Universitäten zu verlassen oder dies bereits getan haben. Die mehrheitliche Erfahrung ist, dass nicht nur die Gehälter deutlich über denen der Universitäten liegen, sondern dass gerade auch die Wertschätzung für die eigene Arbeit in der Privatwirtschaft deutlich höher zu sein scheint.

Die beschriebenen Fälle und Umstände der Great Resignation beziehen sich auf die angelsächsischen Länder. Die auch in Deutschland stattfindende Debatte um die schlechten Arbeitsbedingungen an deutschen Universitäten zeigt interessanterweise, dass die Dynamiken in den so unterschiedlich finanzierten Universitätssystemen aber durchaus vergleichbar sind.

In Großbritannien müssen an immer mehr Universitäten infolge der strikten Ausrichtung an der Gewinnorientierung Rentenzusagen an Beschäftigte gekürzt werden. In den USA sind es vor allem Frauen und People of Color, die in der Corona-Pandemie unter Kürzungen der Universitätsbudgets gelitten haben. In Australien haben die Universitäten in der Corona-Pandemie darunter gelitten, dass die vielen ausländischen Studierenden nicht einreisen konnten und damit ein Großteil der Finanzierung der Universitäten durch Gebühren weggefallen war. Aufgrund dessen mussten 20% der Universitätsstellen in Australien gestrichen werden. Alle drei Länder zeichnet die zunehmende Kurzfristigkeit der Anstellungen, eine Überregulierung des Lehrbetriebs und die besondere Unzufriedenheit der Akademiker in der mittleren Phase des Forschungslebens aus.

Und ein weiterer Aspekt gibt zu denken: Die aggressive Vorgehensweise der Rechtsextremen gegen akademische Beschäftigte macht immer mehr Wissenschaftlern zu schaffen.

Ist also freie Lehre und Forschung in Zukunft überhaupt noch möglich? Eine der Befragten brachte es auf den Punkt:

“My research happens because of free labour.”