Euro-Reform

Vier europäische Lehren aus den Turbulenzen in Italien

Die Ereignisse rund um die Regierungsbildung in Italien haben einmal mehr gezeigt, wie reformbedürftig die Eurozone immer noch ist. Werden die bestehenden Mängel nicht behoben und der restriktive wirtschaftspolitische Kurs beibehalten, kommt dies einer Garantie für neue große Krisen gleich. Ein Kommentar von Philipp Heimberger.

Kolosseum in Rom: Das institutionelle Fundament der Eurozone ist weiterhin sehr brüchig. Foto: Pixabay

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Vier europäische Lehren aus den Turbulenzen in Italien

Kurt Brand

Das ist die mit Abstand fundierteste und differenzierteste Analyse, die ich bislang zur Situation Italiens und der Eurozone gelesen habe – auch wenn ich die Schlussfolgerungen von Philipp Heimberger (= Eurobonds mit noch mehr Umverteilung innerhalb der Eurozone) nicht teile, sondern davon überzeugt bin, dass es besser wäre, wenn man die Eurozone in zwei Währungsgebiete mit jeweils homogenen Währungskulturen (“Hartwährung” und “Weichwährung”) zerlegen würde, so wie das von Prof. Fritz W. Scharpf in diesem IPG-Journal-Artikel vom 04.12.2017 unter der Überschrift “Südeuro” ausgeführt wird: http://www.ipg-journal.de/rubriken/europaeische-integration/artikel/suedeuro-2449/.

In einem ganz wesentlichen Punkt widerspricht eine Analyse von JP Morgan in einem Zerohedge.com-Artikel vom 02.06.2018 unter der Überschrift “JP Morgan’s stunning conclusion: An Italian exit may be Rome’s best option” (siehe: https://www.zerohedge.com/news/2018-06-02/jpmorgans-stunning-conclusion-italian-exit-may-be-romes-best-option ), den Ausführungen von Philipp Heimberger, nämlich dass die letzen italienischen Regierungen Erfolge bei der Senkung der Lohnstückkosten erzielt hätten. Laut JP Morgan ist das nicht der Fall – im Gegenteil: Zehn Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise hat Italien noch nicht mal mit der Erledigung der diesbezüglichen Hausaufgaben begonnen (im Gegensatz zu Griechenland oder Portugal).