Entwicklungspolitik

Die Weltbank wirft die Leiter weg

In einem neuen Bericht hat die Weltbank ausgeführt, was aus ihrer Sicht zentral für wirtschaftliche Entwicklung ist. Dabei ignoriert sie historische Erfolgsmodelle und spricht Entwicklungsländern genau jene Strategien ab, von denen heutige Industrienationen einst profitierten. Ein Beitrag von Robert Kappel.

Der neue Weltbank-Report Industrial Policy for Development analysiert zentrale Determinanten wirtschaftlicher Entwicklung mit Fokus auf Produktivität, Ressourcenallokation und institutionelle Qualität. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Entwicklungs- und Schwellenländer trotz Phasen ökonomischen Wachstums langfristig hinter ihrem Produktivitätspotenzial zurückbleiben.

Der Bericht identifiziert strukturelle Ineffizienzen und institutionelle Defizite als zentrale Ursachen und leitet daraus eine Reihe wirtschaftspolitischer Reformempfehlungen ab. Ein zentrales Argument des Reports ist, dass nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung weniger durch Kapitalakkumulation als vielmehr durch Produktivitätssteigerungen bestimmt wird. Während Investitionen kurzfristig Wachstum generieren können, hängt langfristiger Wohlstand entscheidend davon ab, wie effizient Produktionsfaktoren eingesetzt werden.

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