Geldpolitik

Die Schäden der geldpolitischen Straffung werden bald spürbar werden

Die gegenwärtige Inflationsentwicklung hat ein Eigenleben, das nur geringfügig von den Entscheidungen der Zentralbanken beeinflusst wird – aber eben diese Entscheidungen treiben uns in eine wirtschaftliche Abschwächung. Ein Kommentar von Francesco Saraceno.

In den letzten Wochen gab es vier Nachrichten von der Inflationsfront. Nun, eigentlich zwei Nachrichten und zwei Nicht-Nachrichten. Beginnen wir mit letzteren. Es ist keine Neuigkeit mehr, dass die Zentralbanken ihre Strategie der geldpolitischen Straffung fortsetzen. Sowohl die Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank haben ihre Zinssätze um einen Viertelpunkt angehoben, und die beiden Präsidenten Jerome Powell und Christine Lagarde verraten nicht, was im September passieren wird. Sicher ist, dass der Zinssatz für die Eurozone nach der neunten Anhebung in Folge den höchsten Stand seit 2001 erreicht hat, als die EZB versuchte, den Wert der neugeborenen Einheitswährung mit hohen Zinssätzen zu stützen.

Die zweite Nicht-Nachricht ist, dass die Inflation weiterhin schneller als erwartet zurückgeht. Die Daten für Frankreich und Deutschland wiesen Rekordtiefs seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine auf, während die Inflation in Spanien etwas höher als erwartet war. Die Straffung geht also weiter, während die Inflation sinkt. Die offizielle Linie der Zentralbanken lautet, dass dies geschehen muss, weil die Inflation „zu lange zu hoch“ war und die Gefahr besteht, dass sie chronisch wird und die Erwartungen und Lohnverhandlungen beeinträchtigt.

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