Economists For Future

Die Postwachstumsökonomik und die Klimakrise

Um die Klimakrise und ihre Ursachen wirklich zu bekämpfen, müssen die derzeitige Wirtschaftsweise grundlegender hinterfragt und Möglichkeiten einer sozial-ökologischen Transformation untersucht werden. Ein Beitrag von Elena Hofferberth.

Im Angesicht der Klimakrise und der Fridays-for-Future-Proteste hat das Netzwerk Plurale Ökonomik unter #Economists4Future dazu aufgerufen, Impulse für neues ökonomisches Denken zu setzen und bislang wenig beachtete Aspekte der Klimaschutzdebatte in den Fokus zu rücken.

In dieser Debattenreihe erscheint wöchentlich ein ausgewählter Beitrag, der sich kritisch-konstruktiv mit aktuellen Leerstellen und Herausforderungen in der Klimaökonomik auseinandersetzt. Dabei geht es beispielsweise um den Umgang mit Unsicherheiten und Komplexität sowie um Existenzgrundlagen und soziale Konflikte. Alle bisher im Rahmen der Serie erschienenen Beiträge finden Sie hier.

„Business as usual” ist keine Option mehr – weder in Politik noch Wirtschaft. Der Klimawandel führt uns dies vor Augen und ist gleichzeitig nur eine Dimension der globalen ökologischen Krise und zudem nicht die einzige Herausforderung unserer Zeit (Steffen et al 2015). Steigende Ungleichheit und die Instabilität von Wirtschafts- und Finanzsystem sind makroökonomische Phänomene, welche die letzten Jahrzehnte geprägt haben und die es zu lösen gilt. In die Wirtschaftswissenschaften blickend stellt man jedoch fest, dass es kaum Theorien gibt, die in der Lage sind, diese gleichzeitigen Krisen hinreichend zu erfassen. Es fehlt eine explizite Analyse des Zusammenhangs zwischen den Institutionen und Dynamiken unserer derzeitigen Wirtschaftsweise und diesen ökologischen und sozialen Verwerfungen. Entsprechend kurz greifen die derzeit diskutierten Politikmaßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels. Ein radikaleres Umdenken in Wirtschaftswissenschaften und -politik ist gefordert.

Unter dem Banner von Postwachstumsökonomik (Post-Growth/Degrowth Economics) sowie Ökologischer Makroökonomik wird der Versuch unternommen, alternative makroökonomische Ansätze zu entwickeln. Es eint die Erkenntnis darüber, dass das derzeitige auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftssystem mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten unvereinbar ist (Jackson 2017, Kallis, Kerschner & Martinez-Alier 2012, Victor 2008/2019). So zeigt ein Blick auf die globalen CO2-Emissionen, Ressourcenverbrauch und BIP, dass diese während der letzten drei Jahrzehnte korrelierten.

Kostenpflichtiger Inhalt

Bitte melden Sie sich an, um weiterzulesen

Noch kein Abo?