Commons-Public-Partnerships

Auf dem Weg in die Postwachstumsstadt

Boden ist endlich, aber seine Nutzung entscheidet über Wohnraum, Klimaresilienz und soziale Gerechtigkeit. Urban Commons und Commons-Public-Partnerships könnten die Bodenpolitik demokratisieren und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung gegen Finanzialisierung und Verdrängung stärken.

Boden ist eine zentrale Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlergehens, spielt im ökonomischen Diskurs heutzutage jedoch meist nur eine Nebenrolle. Dabei wirft die endliche Ressource Boden zentrale Fragen einer verlässlichen Grundversorgung innerhalb planetarer Grenzen auf: von Wohnen, Energie und Mobilität bis hin zu Industrie, Landwirtschaft, Erholungsräumen und ökologischen Funktionen.

Die Sonderreihe „Boden als öffentliche Infrastruktur“ widmet sich diesen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven. In fünf Beiträgen geht sie der Frage nach, was es heißt, Boden als öffentliche Infrastruktur neu zu denken und welche Konsequenzen sich daraus für eine zeitgemäße Bodenpolitik und die ökonomische Debatte ergeben. Sie behandelt Fragen der Bodengerechtigkeit, der Demokratisierung urbaner Bodenbeziehungen, der Rolle von Bodenrenten und Bodenwerten für Infrastrukturen sowie des Flächensparens, dessen Relevanz weit über ökologische Zielsetzungen hinausgeht. 

Die Reihe wird von Economists for Future gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Alltagsökonomie kuratiert und erscheint in Kooperation mit dem Makronom. Gefördert wird sie von der Heidehof Stiftung. Hier finden Sie alle Beiträge, die bisher im Rahmen der Serie erschienen sind.

Privates Bodeneigentum gilt im deutschen Rechtsraum als selbstverständlich. Grundrechtlichen Schutz gewährt der erste Absatz von Artikel 14 Abs. 1 GG. Dessen zweiter Absatz betont die Sozialbindung des Eigentums: Sein Gebrauch soll dem „Wohle der Allgemeinheit“ dienen. Dementgegen wird Boden heute vielerorts von privaten Akteuren wie eine Ware und Kapitalanlage behandelt, was soziale Ungleichheit in Städten verschärft. Der im Zuge neoliberaler Stadtentwicklungspolitiken erfolgte Ausverkauf von Boden und Infrastrukturen legte zu einem gewissen Grad die Grundlage für diese Finanzialisierung städtischen Bodens.

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