Bodenwert und Grundsteuer

Aus gutem Grund?

Zentrale Lagen sind nicht wegen der Gebäude, sondern wegen der Infrastruktur so teuer, die in Bodenwerten sichtbar wird. Genau darin liegt die ökonomische Logik des Äquivalenzprinzips zur Rechtfertigung der Grundsteuer.

Bild: Maria M. via Unsplash

Boden ist eine zentrale Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlergehens, spielt im ökonomischen Diskurs heutzutage jedoch meist nur eine Nebenrolle. Dabei wirft die endliche Ressource Boden zentrale Fragen einer verlässlichen Grundversorgung innerhalb planetarer Grenzen auf: von Wohnen, Energie und Mobilität bis hin zu Industrie, Landwirtschaft, Erholungsräumen und ökologischen Funktionen.

Die Sonderreihe „Boden als öffentliche Infrastruktur“ widmet sich diesen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven. In fünf Beiträgen geht sie der Frage nach, was es heißt, Boden als öffentliche Infrastruktur neu zu denken und welche Konsequenzen sich daraus für eine zeitgemäße Bodenpolitik und die ökonomische Debatte ergeben. Sie behandelt Fragen der Bodengerechtigkeit, der Demokratisierung urbaner Bodenbeziehungen, der Rolle von Bodenrenten und Bodenwerten für Infrastrukturen sowie des Flächensparens, dessen Relevanz weit über ökologische Zielsetzungen hinausgeht. 

Die Reihe wird von Economists for Future gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Alltagsökonomie kuratiert und erscheint in Kooperation mit dem Makronom. Gefördert wird sie von der Heidehof Stiftung. Hier finden Sie alle Beiträge, die bisher im Rahmen der Serie erschienen sind.

Mit der Grundsteuerreform 2019 war eine Abkehr von den alten Einheitswerten verbunden, die für Westdeutschland auf dem Jahr 1964, für Ostdeutschland gar auf dem Jahr 1935 basierten. Diese hatten sowohl von der Höhe als auch der Struktur nichts mehr mit den Verkehrswerten zu tun.

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