Ökonomik

Die Wirtschaftswissenschaften haben ein Theorieproblem – und ihre Kritiker auch

Mehr Ökonometrie und empirische Methoden haben alte Gewissheiten verdrängt. Doch genau darin könnte ein neues Problem liegen: Wo Theorie fehlt, bleibt Empirie blind für die großen Fragen. Ein Beitrag von Rouven Reinke.

Bild: Pixabay

Wenn es um die Kritik an Forschung, Lehre und Politikberatung der Wirtschaftswissenschaften geht, werden für gewöhnlich altbekannte Schlagwörter hervorgeholt: Die Disziplin wird wahlweise als neoklassisch, neoliberal, ordoliberal oder marktradikal bezeichnet. Differenziert werden diese Begriffe dabei meist nicht, sondern allzu oft sogar gleichgesetzt. Mag dies als rhetorisches Stilmittel durchaus geboten sein, so kontraproduktiv ist es für eine zielführende Kritik am Zustand der Wirtschaftswissenschaften, die darauf abzielt, woran ökonomische Wissensproduktion und Bildung im 21. Jahrhundert tatsächlich krankt.

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