Nullwachstum

Deutschland auf dem Weg ins Nichts?

Deutschlands Wachstumsperspektive schrumpft gegen null, doch die Politik klammert sich weiter an alte Rezepte. Dabei bräuchte es jetzt eine Postwachstumsstrategie, die Wohlstand, Verteilungskonflikte, Arbeit und ökologische Grenzen neu zusammendenkt.

„Ohne Wachstum ist alles nichts!“ hat uns Kanzlerin Merkel im Jahr 2003 gelehrt – und nun ist es so weit: Das Wachstum „kommt zum Erliegen“, „die Wachstumskräfte versiegen“ stellen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer aktuellen Gemeinschaftsdiagnose fest. Also: Nullwachstum, Deutschland ohne Wachstumsperspektive (und die war „alternativlos“), so dass wir jetzt in den Abgrund blicken, ins Nichts.

Man könnte meinen, das wäre Grund zur Beunruhigung oder gar zur Panik. Zur Beruhigung gibt es das Rezept „Wachstumspolitik“, das sich allerdings in den zurückliegenden Jahren nicht als besonders wirksam erwiesen hat. Daher müssen sich Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspolitik wesentlich intensiver mit der Perspektive „Nullwachstum“ beschäftigen: Welche wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Konsequenzen ergeben sich, welche Handlungsoptionen bestehen dann noch? Man kann das als akademische Übung betreiben – als „Denkmodell“ (Borchardt 1974) – aber die zunehmende politische Relevanz ist offensichtlich. Unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Vorsorgepolitik muss ein Plan B namens „Beyond Growth“ sein.

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