Gesellschaft

Warum Klimaschutz politisch so schwer durchsetzbar ist

Klimaschutzmaßnahmen verursachen Kosten, Vermögensverluste und Anpassungsdruck. Es gibt aber Möglichkeiten, wie an einer Wiederwahl interessierte Politiker sie trotzdem umsetzen können – ohne zwangsläufig an Popularität einzubüßen. Ein Beitrag von Thieß Petersen.

Die Erderwärmung und der damit verbundene Klimawandel sorgen weltweit für immer größere Schäden. Beispiele sind durch Starkregen und Überschwemmungen zerstörte Infrastrukturanlagen, Waldbrände, dürrebedingte Ernteeinbußen, hitzebedingte Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, um nur einige zu nennen.

Die daraus resultierenden Kosten sind nicht in den Marktpreisen enthalten, was zu einem systematischen Marktversagen führt: Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Kosten ist das Niveau emissionsverursachender Aktivitäten zu hoch.

Die Volkswirtschaftslehre kennt verschiedene Lösungen zur Heilung dieses Marktversagens. Die bekannteste geht auf den englischen Ökonomen Arthur Cecil Pigou (1877–1959) zurück. Er schlug vor, dass der Staat Aktivitäten mit einem negativen externen Effekt mit einer Steuer belegt, deren Höhe den sozialen Zusatzkosten entspricht („Pigou-Steuer“). Die ökonomische Rationalität verlangt also, dass der Staat die sozialen Zusatzkosten eines negativen externen Effekts in die Marktpreise integriert.

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