Wahlkampf-Monitor USA

Donald Trump hat noch lange nicht verloren

Die aktuellen Umfragen zeigen, dass sich der jüngste Skandal zwar negativ auf Donald Trumps Wahlchancen ausgewirkt hat. Allerdings ist der Rückstand des Republikaners auf Hillary Clinton keinesfalls so aussichtslos, wie viele vermuten.

Bild: Ted Eytan via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Donald Trump oder Hillary Clinton? Am 8. November wählt die größte Volkswirtschaft der Welt ein neues Staatsoberhaupt. Bis dahin werten wir in unserem Wahlkampf-Monitor USA Umfrageergebnisse, Wettquoten und Finanzmarktinstrumente aus, um einen Zwischenstand im Rennen um das Weiße Haus zu geben. Der Monitor wird im Zwei-Wochen-Rhythmus aktualisiert.

Nach und nach zeigt sich auch in den Umfragen, dass sich die jüngsten Entwicklungen (Fernsehduelle, Audiotape) ziemlich negativ auf Donald Trumps Wahlchancen ausgewirkt haben – negativ, wohlgemerkt, nicht vernichtend.

Landesweite Umfragen

In den landesweiten Umfragen ist der Republikaner deutlich abgesackt. Clintons Vorsprung liegt jetzt bei rund 6 Prozentpunkten, das ist so viel wie zuletzt im August.

Durchschnittswerte der jeweils aktuellsten Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute. Quelle: RealClearPolitics, Stand: 12.10.16

Wettquoten

Bei den internationalen Buchmachern setzt im wahrsten Sinne des Wortes kaum noch jemand auf den Republikaner. Die Quoten der Wettanbieter implizieren nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 19% für einen Wahlsieg Trumps – das ist so wenig wie noch nie während des gesamten Wahlkampfs. Die Wahrscheinlichkeit für einen Wiedereinzug der Familie Clinton ins Weiße Haus stehen jetzt bei 85% (die überschüssigen sechs Prozentpunkte ergeben sich durch die Margen, die die Buchmacher für das Anbieten der Wetten erheben).

Quellen: oddschecker.com, eigene Berechnungen, Stand: 12.10.16

 

Finanzmarkt-Zertifikate

Auch an den Iowa Electronic Markets, auf denen Trader mittels Finanzmarkt-Zertifikaten auf den Ausgang der Wahl spekulieren können, glaubt kaum noch jemand, dass Donald Trump die Wende gelingen könnte. Die aus den Preisen der Zertifikate abgeleitete Wahrscheinlichkeit für einen Sieg Trumps ist in den letzten zwei Wochen von 33% auf das neue Allzeittief von 19% gefallen.

Gleitende 3-Tages-Durchschnittskurse. Quellen: Iowa Electronic Markets, eigene Berechnungen, Stand: 12.10.16

 

Wahlmännerstimmen

Allerdings zeigt ein Blick auf die letztlich entscheidende Kategorie – nämlich die Prognose für die Vergabe der Wahlmännerstimmen –, dass der Ausgang der Wahl bei weitem noch nicht so eindeutig ist, wie viele glauben. Die Zahl der Wahlmännerstimmen aus Staaten, die ziemlich sicher oder vermutlich an Clinton gehen werden, ist zwar in den letzten zwei Wochen gestiegen, liegt aber trotz des jüngsten Skandals immer noch unter den bisherigen Bestwerten aus dem August – und damals war es Trump bekanntlich schon einmal gelungen, Clintons satten Vorsprung binnen weniger Wochen zu pulverisieren.

Quellen: RealClearPolitics, Politico, eigene Berechnungen, Stand: 12.10.16